Vom 27. Juli bis 28. August 2012 finden in London die Olympischen Sommerspiele statt. Dadurch rücken Sportler, die eher auf den hinteren Seiten der Sport BILD zu finden sind bzw. bis dato noch kaum mediale Aufmerksamkeit genossen haben in den Fokus der Öffentlichkeit. Sportler, die normalerweise viel zu wenig Beachtung und Aufmerksamkeit finden. Im Zeitalter von “Always on” und des Social Webs geht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit dem deutschen Olympiateam hier neue Wege.
Als Klammer für sämtliche Aktivitäten einer langfristig angelegten Kommunikationsinitiative wurden der Claim “Wir für Deutschland” am 24.04.2012 in Düsseldorf vorgestellt. Die Sportler sollen dabei als Botschafter für ihre Personen, Leistungen und ihren Sport stärker in den Vordergrund rücken. Zeitgemäß liegt hier der Fokus der Kommunikation auf digitalen Kanälen. Auf der Webseite www.deutsche-olympiamannschaft.de werden ganz im Sinne von “Wir für Deutschland” die sozialen Inhalte / “Social Feeds” der deutschen Olympia-Athleten via der sozialen Netzwerke Twitter und Facebook aggregiert. Zudem ist die Olympiamannschaft mit einer eigenen Fanpage auf Facebook präsent. Der Hashtag #wirfuerD soll auf Twitter entsprechende Beiträge / Tweets kennzeichnen, auffindbar machen und aggregieren.
Aktionslogo der Kommunikationsoffensive "Wir für Deutschland"
Für viele Sportler – egal ob Einzel- und Mannschaftssportler – ist die professionelle Nutzung von Facebook und Twitter noch Neuland. Aber wie heißt es so schön: Social Media has come to stay. Die Chancen sind enorm. So stellt der DOSB den Athleten und Fans als ersten Schritt in diese Richtung bereits im Vorfeld von London 2012 eine entsprechende Architektur zur Verfügung. Hierzu konnte ich mit Jens Behler, der im Produktmanagement bei der DOSB New Media arbeitet und die digitale Dimension von “Wir für Deutschland” im Auftrag der Deutschen Sport-Marketing (DSM) konzipiert hat und steuert, sprechen:
Nach dem IOC hat auch der DOSB für die Deutsche Olympiamannschaft einen Social Hub im Internet. Welche Zielsetzung für London und welche langfristige Mission stecken dahinter?
Wir wollen die Deutsche Olympiamannschaft und ihre Athletinnen und Athleten langfristig mehr in den Fokus der Kommunikation rücken, also auch über London hinaus Richtung Sotchi und Rio. Die Webseite ist da ein zentrales Element. Durch die Implementierung des Social Hubs als zentrales Feature auf der Webseite bieten wir Sportlern wie Fans eine ideale Plattform zur Teilhabe an dem Großen und Ganzen, was Olympia ausmacht – und das hautnah.
1. Wie viele Athleten sind aktuelle auf dem Social Hub präsent, wie viele davon sind bei Facebook und bei Twitter?
Bis zur Nominierung der Deutschen Olympiamannschaft durch den DOSB (31.5., 25.6., 4.7.) umfasst der Social Hub die Athletinnen und Athleten des DOSB-Olympia-Top-Teams 2012, also zur Zeit 178. Davon haben rund 50 eine Facebookseite und ca. 30 einen Twitteraccount. Zusätzlich integrieren wir aber auch die Social Media Kanäle der Verbände und Nationalmannschaften. Es werden schlussendlich rund 400 deutsche Athleten mit nach London fahren. Daher gehen wir davon aus, dass noch einige Social-Media-Accounts dazukommen. Besonders die Hockeyspielerinnen und Spieler entdecken gerade Twitter für sich.
Jens Behler, DOSB, mit Maskottchen Trimmy
2. Wie sieht eure Zielsetzung für London mit der Facebook Fanpage aus und welche Erfolgsmessungskriterien legt ihr dieser zu Grunde?
Wir sehen die Facebook-Fanpage in erster Linie als Kommunikationskanal und nicht als Marketingkanal und wollen damit die Deutsche Olympiamannschaft noch mehr ins Zentrum der Kommunikation rücken. Die Athleten machen die Mannschaft aus. Die Erfolgsmessung ist hier eher sekundär.
3. Wie sieht die Content Strategy für die Facebook Fanpage aus?
Bis zu den Spielen wollen wir möglichst viel vernetzen und Content nutzen, der durch die Athleten und Verbände bereitgestellt wird. Die Athleten stehen bei uns im Fokus. Wir sehen uns da eher als eine Art Klammer und verbindendes Element. Natürlich werden wir aber auch eigene Inhalte und allgemeine Infos rund um die Spiele teilen, aber vor allem setzen wir auf vorhandenen Content, Verlinkungen und Aggregation. Der Traffic soll an die Athleten und Verbände wieder ausgespielt werden. So bieten wir über eine zentrale Anlaufstation einen Mehrwert für unsere Stakeholder.
4. Wie sieht der personelle Aufwand bzgl. der Betreuung und Moderation des Social Hubs sowie der Facebook Fanpage aus?
Das Monitoring des Social Hubs wird schon Ressourcen beanspruchen, aber wie viele wird sich zeigen. Wir müssen jetzt erst mal gucken, wie der Hub angenommen wird. Bis zu den Spielen sollte es sich in Grenzen halten. Während der Spiele rechne ich schon mit mehr. Die Betreuung der Facebook Fanpage läuft bis zu den Spielen eher parallel. Während der Spiele werden sich dann zwei Personen um alle Social Media-Kanäle kümmern, Fanpage inklusive.
G+ Hangout mit Jens Behler
5. Welche Gefahren siehst Du z.B. in Bezug auf Missbrauch durch Fans, Verletzung von Sponsorenrechten und Athleten-Sicherheit und wie wird diesen begegnet?
Bei den Athleten sehe ich keine großen Gefahren, da diese sich vor allem auf das Sportliche konzentrieren werden. Die Spitzenverbände haben die Verantwortung, die Sportler entsprechend vorzubereiten. Wir unterstützen hier jederzeit. Vom 16. Juli bis zum 15. August gibt es eine “Frozen Period” in der die Athleten jegliche persönliche Sponsoring-Aktivitäten einstellen müssen. So gibt es Athleten, die für Unternehmen ihren Weg zu den Spielen bloggen. Während der Olympischen Spiele dürfen sie weiterbloggen, jedoch nicht für die Unternehmen und auch nicht für Medienhäuser oder Fernsehsender. Mehr Sorgen mache ich mir über Fans, die Werbung auf den Seiten platzieren werden. Hierfür haben wir unser Monitoring. Werbung wird sofort gelöscht werden.
6. Inwieweit gibt es neben den Social Media Guidelines des IOC spezielle Guidelines sowie Schulungen des DOSB für London 2012? Wo siehst du hier mögliche Probleme?
Die Guidelines haben wir zum einen ins Deutsche übersetzt und zum anderen haben wir einen entsprechenden Leitfaden erstellt, in dem ganz praktisch erläutert wird, was erlaubt und was verboten ist. Diese Informationen werden an alle Athleten verschickt. Darüber hinaus haben wir die Teilmannschaftsleiter informiert, dass wir gern zu Athleten-Veranstalten kommen, um aufzuklären und zu informieren. Aber das meiste läuft direkt über die Verbände in deren Strukturen, beispielsweise über deren Presseverantwortliche bzw. die Teilmannschaftsleiter.
7. Inwieweit werden Athleten-Erlebnisse während London 2012 kuratiert werden, z.B. die der Medailliengewinner aus dem Deutschen Haus?
Wir werden während der Olympischen Spiele unsere Social Media-Base im Deutschen Haus haben und somit auch exklusiven Content aus diesem über unsere Kanäle spielen können. Unser Ziel ist es, via Social Media die Olympiafans in Deutschland mitzunehmen und sie den olympischen Geist aus London spüren zu lassen. Und natürlich stehen da die Athleten im Mittelpunkt
8. Welche weiteren Aktivitäten dürfen wir für „Wir für Deutschland“ auf sozialen Kanälen für London 2012 erwarten, gerade auch hinsichtlich Foto- und Video-Sharing?
Der Social Media Hub bleibt unser zentrales Tool im Social Web. Er ist getreu dem Claim „Wir für Deutschland“ das verbindende Element zwischen Athleten, Verbänden, Fans, Partnern und DOSB. So stellen wir den Stream als Facebook-App auch den Sportlern und Verbänden für ihre Facebook-Seiten zur Verfügung. Zusätzlich können sich die Athleten und Verbände den Stream auch per Widget auf ihrer Webseite einbinden. Auf Twitter wollen wir die Kommunikation zwischen Sportlern und Fans mit dem Hashtag #WirfuerD zusammenbringen. Foto- und Videocontent wird es aus London natürlich auch geben, grundsätzlich sind hier jedoch relativ enge Grenzen gesetzt.
Herzlichen Dank für Deine Auskünfte und Einblicke, Jens! Games Must Go On!
[Disclaimer: Ich kenne Jens durch gemeinsame Projekte im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Bewerbungsgesellschaft München 2018 persönlich und verfolge die ersten Schritte der Deutschen Olympiamannschaft im Social Web sehr wohlwollend]
Der nachfolgende Blogpost vom FASPO Sponsoring Summit 2012 stammt von Franz Schäfer, Sportmanagement-Student im 6. Semester in Salzgitter und engagierter #digisport- und #sportsbiz-Twitterer, den ich auf dem Barcamp München kennenlernen durfte. Vielen herzlichen Dank für den spannenden Bericht und deine Gedanken, Franz!
Am Donnerstag den 22.03.2012 fand der Sponsoring Summit 2012 in der Handelskammer Hamburg statt. Organisiert wird dieses Event von der FASPO, dem Fachverband für Sponsoring & Sonderwerbeformen, welche eine sehr große Anzahl von bekannten Firmen, Agenturen und Vermarkter als Mitglieder zählen kann. Der 1996 gegründete Verband gestaltet verantwortlich die Rahmenbedingungen für die Sponsoringwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Soweit erst mal die Informationen zum Veranstalter des Summits.
Mein Interesse war besonders auf den Vortrag von Raphael Brinkert, dem Geschäftsführer der Agentur Jung von Matt und mögliche Beispiele/Best Cases zum Einsatz von Sponsoring im Web 2.0. Spannend, finde ich persönlich, die Verknüpfung des Web 2.0 mit anderen (kreativen) Sponsoringmaßnahmen. Schauen wir mal, wie weit die Vertreter der deutschen Branche in diesem Bereich sind.
Die Ansprache des Präsidenten der FASPO, Oliver Kaiser, zur Eröffnung des Summits war sehr vielversprechend. Er betonte die wachsende Bedeutung der sozialen Medien. Natürlich auch im Sponsoring Bereich, geht es z.B. um die Aktivierung eines Sponsoringengagements. „Leidenschaft teilen Menschen durch soziale Medien“, das machte er am Beispiel des 46. Super Bowls fest, an denen bis zu 10.000 Tweets pro Sekunde abgesendet wurden. „Man liest einen Tweet und hat schon 40.000 weitere verpasst“, so Kaiser. Auch verwies er auf die Studie „Sponsor Visions 2012“ die gleich vorgestellt werden sollte, in der die Top-Entscheider der Branche ihre zukünftigen Einschätzungen zum Thema Sponsoring vornahmen und Social Media wohl eine entscheidende Rolle spielen wird.
Sponsor Visions 2012 – “Trends und Entwicklungen im Deutschen Sponsoringmarkt”
„Social Media ist für die Vernetzung von Sponsoring mittlerweile relevanter als TV und Print“. Das ist eine der Aussagen, aus den „Sponsor Visions 2012“, durchgeführt und präsentiert von Vertretern des Instituts IFM Sports. Auch die Frage, in welchen Bereichen des Medien-Sponsorings die Top-Entscheider im Kalenderjahr 2012 tätig sein werden, wurde relativ klar mit Internet-Sponsoring beantwortet und nimmt damit den führenden Rang ein.
Internet hat in punkto Relevanz für Sonderwerbeformen TV vom Spitzenrang verdrängt.
So spiegelt sich laut IFM Sports das veränderte Mediennutzungsverhalten im digitalen Zeitalter, besonders im Bereich des Medien-Sponsoring wieder. Soweit zum Jahr 2012, doch was erwartet uns in acht Jahren? Das haben die Top-Entscheider versucht in den „Visionen Sponsoring 2020“ darzustellen.
In den 20 aufgestellten Thesen der FASPO-Mitglieder sollen Trends und Perspektiven im Sponsoring abgebildet werden. So wurden neben den Investitionen der deutschen Wirtschaft in Sponsoring im Jahre 2020 von prognostizierten 7,5 Milliarden Euro (Prognose 2012: 4,4 Milliarden), auch der mögliche Stand von Social Media & Sponsoring dargestellt.
These 16: „Social Media ist selbstverständlicher Bestandteil integrierter Sponsoring-Maßnahmen. Fans unterstützen Einzelsportler über Sponsoren-Communities.“
Leider wurde auf diese These nicht weiter eingegangen, denn besonders der Begriff der Sponsoren-Communities ist mir noch nicht ganz so geläufig und ich bin gespannt, wie dieser sich, hoffentlich positiv für Einzelsportler, in Zukunft auswirken wird.
Zum Abschluss der Präsentation wurden die spontanen Nennungen, wie denn Sponsoring im Jahre 2020 aussieht, versucht zu visualisieren und diese Folie möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
Social Media und innovative Sponsoringformen werden gewinnen – klassisches Sponsoring verliert.
Das effizienteste Sponsoringtool der Welt: Kreativität
“Die Kraft von Ideen im Zeitalter der Mediendemokratie”
Mit diesem Thema beschäftigte sich Raphael Brinkert (Managing Director Jung von Matt) und brachte in ca. 30 Minuten Thesen und Beispiele seiner eigenen Arbeit dem Fachpublikum näher.
Zum Einstieg gab er gleich eine Prognose zur neuen Plattform des FC Bayern ab, in der er myfcb keine lange Zukunft gibt. Er glaube nicht, dass die Plattform länger als eine Saison existieren wird, so Brinkert. Ein Thema, das aber im Laufe des Summits öfters noch erwähnt wurde und wohl in der Branche genau beobachtet wird.
Doch was genau braucht es, damit man in im Zeitalter der Mediendemokratie erfolgreich ist?
Sieben Regeln, die Raphael Brinkert auf dem FASPO Sponsoring Summit 2012 vorstellte:
Lerne deine Marke loszulassen und akzeptiere, dass sie mitgestaltet wird.
Sei ein Ermöglicher: Biete Nutzen und Spaß.
Schaffe es, dass Menschen freiwillig über dich sprechen.
Erzähle überraschende Geschichten über dich. Sei dabei echt, mutig und inspirierend.
Manage die Unterhaltung im Netz über deine Marke aktiv, aber zurückhaltend.
Habe eine flexible und vielseitige Markenpräsenz.
Stelle die Marke auf situative Vielfalt ein und gewöhne dich daran, schnell zu reagieren.
Schauen wir uns die Beispiele an, die Raphael Brinkert dem Fachpublikum vorstellte:
#1 ein Bundesligist
Raphael Brinkert war einer der Gründer der Schalke Fan-Page auf Facebook, bevor diese im letzten Jahr für eine Spende von „50.000€“ an den Verein übergeben wurde. Diese wuchs innerhalb eines Jahres auf knapp 325.000 Fans mit über 275 Millionen Interaktionen an und war eine Plattform, in der Brinkert u.a. bewusst versucht hatte in die Medien zu kommen bzw. Medien in ihrer Themenwahl zu beeinflussen. Reagieren Print- und Onlinemedien auf Aktionen die auf einer Facebook Fanpage passieren?
Sie tun es, beachtet man die oben aufgestellten Regeln. So griff die Fanpage vor allem den bevorstehenden Wechsel von Manuel Neuer zu den Bayern auf.
Aktionen wie eine Online-Petition gegen den Wechsel Neuers: Diese fand nicht auf der Facebookseite direkt, sondern auf einer 3. Seite statt, bei der über 30.000 Unterschriften samt Adressen der Schalke-Fans gesammelt werden konnten. Ein bewusster Versuch, ob es gelingt Leute von der Facebookseite zu einer thematisch passenden Seite zu leiten, auf der diese ihre Adressen hinterlegen müssen.
Auch der von Bayern-Fans auferlegte und viel kritisierte Verhaltenskodex für Manuel Neuer, wurde von der Schalker Facebook Fanpage aufgegriffen und landete nur Stunden später auf verschiedenen Nachrichtenseiten, wie Spiegel Online, Bild.de & Sport1.de.
#2 ein Bezirksligist
Brinkert stellte auch kurz die Kampagne für seinen Heimatverein TUS Haltern vor, aus der vier aktuelle Bundesliga Profis stammen.
Tu’s, Haltern.
Eine Kampagne die den 2. Platz des Marketingpreis des Sports 2010 erhielt. In dieser wurden die Spieler des Bezirksligisten fotografiert, wie es sonst nur Stars in Kampagnen von Nike oder Adidas tun.
Motiv der gelungenen Kampagne „Tu’s, Haltern“, einem Bezirksligisten.
Auch die Facebookseite des Vereins macht auf mich einen sehr guten Eindruck und kann durchaus als Beispiel für unterklassige Vereine dienen.
#3 ein Sportler
„Die viralste Sportpersönlichkeit in Deutschland“: Hans Sarpei.
„Ein Charakter mit Ecken, Kanten und einer gehörigen Portion Selbstironie. Jemand der sich selbst auf die Schippe nehmen kann. Jemand der andere auf die Schippe nimmt. Ein kölscher Jung.“
Für mich der spannendste Teil des gesamten Tages, denn Brinkert gibt Insights zur Erfolgsstory von Hans Sarpei im Netz.
So trat Hans Sarpei mit der Bitte um Hilfe, an Raphael Brinkert heran, der ihn medientechnisch unterstützen könnte. Sarpei war/ist bewusst, dass seine Fußball-Karriere mit 35 Jahren langsam zu Ende geht und suchte zu dem Zeitpunkt nach Alternativen. Der Beginn des Netz-Phänomens Hans Sarpei.
Den Ursprung machte Brinkert in der Themenwoche des Schalke Blogs Web04.de aus, die sich eine Woche lang rund um die Person Hans Sarpei drehte. Er sprach von den unterstützenden „Möglichkeiten welche die Blogosphäre“ für Spieler haben und was Sie Spielern oder auch Vereinen Gutes tun können. Aus dieser Themenwoche heraus, wurden die ersten Hans Sarpei Facebook-Gruppen gegründet, die mittlerweile bis zu 60.000 – 70.000 Mitglieder haben.
Doch was ist der entscheidende Punkt den Hans Sarpei von Anfang an richtig gemacht hat?
Laut Brinkert ist es die komplette Aufnahme und die komplette mediale Bespielung der viralen Welle, gestartet aus der Blogosphäre, die den Erfolg ausmacht. Er gab Interviews, ging in die Interaktion mit den Fans und antwortete Ihnen auf seiner Facebookseite. Er stand also im ständigen Dialog mit seinen Fans, wie z.B. in diesem Video, welches Brinkert den Teilnehmern zeigte:
Macht hat, wer Reichweite hat. Der Spannungsbogen des Hans Sarpei-Hypes:
Zusammenfassung des Hans Sarpei-Hypes in einer Grafik.
Gerne erwähne ich an dieser Stelle, dass auch Brinkert den Blogbeitrag „Was Marken von Hans Sarpei lernen können“ dem Fachpublikum vorstellte und auch nochmals die Relevanz der Blogosphäre deutlich machte.
Die SHARP Fan-Labs – Der Versuch eines integrierten Sponsorings mit Internet & Social Media?
Diese Frage könnte das EM2012-Sponsoring von SHARP beantworten, denn dieses befindet sich momentan in der Aktivierungsphase. Mit den SHARP Fan Labs möchte der Elektronikhersteller das europaweit größte Fan-Forschungsprojekt mit und über Fußballfans auf die Beine stellen. Es werden Daten aus Verhaltensweisen und Stimmungen von Fans aus ganz Europa gesammelt. Via Apps, Facebook-Pages, In-Store und einem mobile Fan-Lab werden diese Daten vor und während der EM generiert und anschließend analysiert.
Näher erläutert wird es in diesem Video von SHARP, welches auch auf dem Sponsoring Summit 2012 gezeigt wurde:
Die Ergebnisse dieser Analysen sollen für Werbemaßnahmen des Sponsors genutzt, sowie mit in die Produktentwicklung fließen.
Der Aufbau der Kampagne aus Sicht von SHARP.
Den Ansatz einer solchen Sponsoringaktivierung finde ich sehr spannend, da er auf den Säulen Emotion und Einzigartigkeit aufgebaut ist. Ob es der durchführenden Agentur, trotz eines geringen Budgets gelingt, dieses Konzept wirkungsvoll umzusetzen und aussagekräftige Ergebnisse zu generieren, werden wir spätestens nach der EM 2012 erfahren.
Abschließend kann man sagen, dass Social Media in den Sponsoring Maßnahmen laut den Studien, Meinungen der Top-Entscheider und auch in den, im Blogartikeln nicht thematisierten, Diskussionsrunden einen entscheidenden und immer größer werdenden Stellenwert einnimmt.
Was ich trotzdem alledem ein wenig vermisst habe, ist nicht nur die Erkenntnis darüber, sondern auch schon moderne Konzepte in der Hinterhand zu haben. In dieser Hinsicht wurde ich, was deutsche Beispiele angeht, ein wenig enttäuscht, so konnte selbst Herr Brinkert mir keine guten Beispiele nennen, aus dem Grund, dass keine existieren. Hier ist für das Summit im nächsten Jahr noch Nachholbedarf und mit der EURO2012 und den Olympischen Spielen auch Gelegenheit genug, die Innovationslust der Branche zu beweisen.
Doppelpässe und Steilpässe mit Fußball-Fans werden auch auf digitalen Spielfeldern immer wichtiger. Der “Messi” der digitalen Spielfreude unter den europäischen Profi-Fußballvereinen ist Manchester City. Die “Citizens” bringen regelmässig beeindruckende innovative Practices aufs digitale Feld und zeigen wie eine erfolgreiche digitale Strategie sowie tolles “Fan Engagement” aussehen kann.
Nachfolgend nur einige Beispiele für die Innovationsfreude der Nordengländer:
Abschluss einer Kooperation mit Foursquare, über die Fans, die in das Etihad Stadium virtuell einchecken, exklusive Angebote und Rabatte bzgl. Verpflegung und Merchandise auf ihr Smartphone bekommen
Die “Citizens” verstehen es meiner Meinung nach aktuell wie kein zweiter Verein, ihren Fans digital mehrwertige Angebote und spannende Erlebnisse zu bieten. Einer der Hauptverantwortlichen dafür ist Richard Ayers, “Digital Playmaker” bei Manchester City. Bevor er letztes Jahr den Ball bei den Nordengländern übernahm, launchte er z.B. 1997 BBC News online und entwickelte die digitale Strategie für das TV-Programm Top Gear. Zudem ist er Head of Business Development beim British Film Institute.
“We don’t think of ourselves as a football club… We are a global entertainment brand.”
Fußballvereine als globale Unterhaltungsmarken, als Medienmarken, die vor allem via digitaler Kanäle von überall auf der Welt direkt zugänglich, anfassbar und erlebbar gemacht werden? Visionär und leider sehr gut. Diese Strategie bedeutet den Verzicht auf kurzfristige Revenues (z.B. Bannering auf der Website, Video-Angebote nur hinter Pay-Walls), um den Verein auf globalen Level maximal zu öffnen und so Reichweite und neue Fans zu gewinnen.
Via Twitter und Email konnte ich Richard davon überzeugen, mir ein Interview zu geben. So einigten wir uns darauf, dass er mir meine Fragen in einem Google+ Hangout, einem gemeinsamen Experiment, beantworten würde. Für Richard war es seiner erster Hangout. Meine Erfahrungen damit waren auch nicht sehr viel extensiver. Trotz leichter akustischer Qualitätsprobleme machte der Hangout am Montagvormittag (20. Februar) sehr viel Spaß und verlief äußerst locker, entspannt und informativ. Richard beantwortete sehr offen meine Fragen und lieferte beeindruckende Einblicke in die digitale Strategie und die entsprechenden Aktivitäten von Manchester City. Ursprünglich wolle ich den Hangout komplett inklusive Bild aufzeichnen, habe mich dann aber zwecks Einfachheit dagegen entschieden.
Die aufgenommene Audiodatei wurde zudem um weniger relevante Sequenzen und Pausen etwas gekürzt, um den Hörfluss zu verbessern. Leider lässt die Ton-Qualität doch etwas zu wünschen übrig (sorry – ich hoffe es ist einigermaßen erträglich).
Das Interview auf Soundcloud:
Die Antworten von Richard Ayers (komprimiert und frei übersetzt):
1. Mission
Primäres Ziel ist es eine im Markt führende Fähigkeit der Interaktion mit der globalen Fanbase zu schaffen. Bzgl. der hier angestrebten Marktführerschaft hat MCFC einige interessante aber nicht ROI-fokussierte Projekte initiiert, z.B. mit QR-Codes, Location Based Services, Augmented Reality und Games, aber auch Mitgliedschaftsfokussierte Aktionen, um die Möglichkeiten des Zugangs zum Verein zu vergrößern und zu vereinfachen. Fans wollen immer näher an den Verein, noch mehr Behind the Scenes-Infos, die ihnen der Verein z.B. durch lustige Clips vom Training, die Tunnel Cam aus dem Stadion und vielen anderen inhaltlichen Aktivitäten liefert. Viele Fan-Aktivierungen konzentrieren sich auf digital, da dies globalen Zugang ermöglicht. Früher gab es Mitgliedschaftskarten nur im Stadion, mittlerweile bieten wir entsprechend relevante Modelle für Fans, die nicht die Möglichkeit haben ins Stadion zu kommen und auch von außerhalb Großbritanniens kommen. Ziel ist es vor allem auch neue Leute zu erreichen, die noch nicht leidenschaftlich dem Verein zugeneigt sind und die Fan-Base so zu erweitern. Es geht darum, jeden auf der Welt Zugang zum Verein zu geben, ihn verstehen zu lassen, um was es bei Fußball und Manchester City geht und mit ihm eine (Liebes-)Beziehung aufzubauen.
2. Innovation
Über Innovation kann PR erzielt werden. Ich habe realisiert, dass Sportmarketing stark in der eigenen Nische bleibt (Richard arbeitet erst seit 15 Monaten im Sportbereich). Wir haben den Ansatz, den Fußballverein als Medienmarke anzusehen (Für Fans ist der Verein natürlich mehr als das). Durch diesen Ansatz ist Innovation bzgl. PR und Kooperationspartner ein sehr wirksamer Hebel. Wir bekommen viele Anfragen von internationalen innovativen Unternehmen, die gehört haben, dass Manchester City ein Verein ist, der spannende neue Dinge probiert. Leute auf der ganzen Welt wissen es zu würdigen, wenn neue Dinge ausprobiert werden.
3. Digitale Trends
Der größte Trend ist die Kombination von Social mit Mobile. Persönlich finde ich Location Bases Services wie Foursquare und GetGlue spannend (“I’m a bit of a map geek”) sowie die Trends Daten-Services und “Datatainment” zu denen ich auch auf der SXWX sprechen werde (das Interview wurde davor geführt). Im Besonderen die Datenverwendung von Fußballspielen, hier machen andere Sportarten deutlich mehr als Fußball.
4. Community – Sollen Fußballvereine neben Der Präsenz bei Facebook eine eigene Community haben?
Laut Erfahrungen sind Communities sind lebhaft, leidenschaftlich und spannend, aber auch sehr aufwendig sowie sehr kosten- und ressourcenintensiv. Dies sollte lieber von Leuten außerhalb der Marke gemanagt werden. Aus Sicht einer Media-Organisation oder eines kommentierenden Mediums, z.B. die BBC oder eine Zeitung, ist ein Forum oder eine offene Austauschmöglichkeit eine gute Idee. Als Verein ist es dagegen sehr schwierig, eine ausgeglichene Diskussion über sich selbst zu “hosten” da man ständig besorgt darüber ist, was gesagt wird, welche Auswirkungen dies und jenes hat und wie es den Verein tangiert. Alle Parteien wollen zudem involviert werden. Communities bilden und entwickeln sich “natürlich” und der Verein sollte dies unterstützen. Es gibt keinen Bedarf, die Diskussionen selbst zu hosten, da mehr Problempotential als Nutzen. Es gibt über 50 Blogger, die regelmässig über den Verein schreiben, 3 Foren in Großbritannien und 2-3 internationale Foren, mit denen MCFC regelmässig interagiert, ihnen Interviews gibt. Ich bin froh, dass sie die Communities managen und wir dabei Partner sind.
5. Digitale Ressourcen
Das digitale Team umfasst 16 Personen, davon 5 Leute im Content Production Team (wird gerade weiter ausgebaut), 2-3 technische Social Media-Leute, ein Video-Team von einer externen Firma. Wie immer arbeiten digitale Teams sehr eng mit den Abteilungen Kundenservice, PR & Kommunikation, Marketing, Events. Digital arbeitet immer integriert über das ganze Unternehmen. Chelsea hat ungefähr die gleiche Größe. Liverpool ist etwas größer. Arsenal hat hier ungefähr 20 Leute.
6. Content Strategy
Die Strategie ist sehr eindeutig: So viel Zugang zu Behind the Scenes zum Verein zu geben wie nur möglich. Eine weitere Schlüsselanforderung/Awareness, die immer geprüft wird: “Is it good for the team?” Team meint den Verein als Ganzes, also auch Fans, Spieler usw. Auch gut: Fans – Facts – Fotos, um Inhalte zu operationalisieren. Es macht keinen Sinn einen 500 Wörter langen Artikel zu einem Aspekt zu schreiben, wenn das Ganze auch mit einem schönen Bild gezeigt werden kann. Wir bekommen zudem viele Möglichkeiten mit den Spielern zu arbeiten. Je mehr, desto besser ist es für die Fans. Auch Planung ist sehr wichtig wie ich in meiner Vergangenheit als “Planning Editor” bei der BBC festgestellt habe: Je weiter und tiefer geplant werden kann, desto besser wird es.
7. FanCam
Leider keine konkreten Zahlen zur FanCam. Jedoch viele tolle Gespräche und Feedbacks. FanCam macht wahrscheinlich nur einmal in der Saison Sinn, da es sehr viele Dauerkarteninhaber gibt.
8. Twitter-Aktivierung #blueview
Treffen mit Mass Relevance auf letztjähriger SWSX, die das “Filtering” der Tweets für die Oscars, die MTV Awards und den Super Bowl gemacht haben. Diese bringen die Tweets aber nicht zurück auf den Bildschirm. Dennoch fand ich es interessant, was damit möglich ist. Schlüsselfrage: Wie kann das am Spieltag transportiert werden? Über ein Spiel gibt es sehr viele Gespräche auf Twitter, die man filtern und kontrollieren möchte. Die automatische Filterung arbeitete sehr gut (Schimpfwörter usw. raus). Dann gibt es noch das menschliche Level der Filterung: Man möchte einfach vorsichtig sein. Wir brachten die Tweets auf alle Bildschirme im und um das Stadion (z.B. City Square, einem Bar- und Restaurantgebiet neben dem Stadion). Es gab internationale Fans, die zwitscherten (“Hi, I am watching from Singapore”), Leute aus dem Stadion, die Freunde aus dem Stadion grüßten, aber auch Mütter, die ihre Söhne dort grüßten. Dies war gut, aber interessant ist das Level der Interkation über das Spiel. Wir mussten sicherstellen, dass die Spieler dies nicht sehen. Wir brauchten bestimmte Sicherheitsnetze. Die Hauptherausforderung, wie mit so vielen Communities: Es gab sehr oft die selben Inhalte. Viele Leute, die genau das gleiche sagten. Es macht keinen Sinn, 50 fast gleiche Kommentare zu publizieren. Eine Sache, die wir hier verbessern können: Mehr mit den Leuten kommunizieren: Wenn sie auf den Screen wollen, müssen sie etwas interessantes oder relevantes schreiben. Viele Leute dachten, dass sie automatisch auf den Screen kommen, wenn sie twittern. Wir bieten jedoch ein “kuratiertes Erlebnis”.
9. Crowdsourcing & Curation
Zwei Initiativen, die gut funktionieren: Twitter-Account @mcfcgeeks und MCFCGeeks-Blog. Dies hat uns geholfen, ein viel engere Beziehung zu den Fans zu entwickeln. In der Community von 40.000 Dauerkarteninhabern und 70.000 Mitgliedern gibt es genügend Leute, die technisch fähig sind, Medienleute sowie Leute, die informiert sind. Im Gegensatz dazu gibt es viele Leute, die weniger wissen. Obwohl wir in vielen Bereichen führend sind, ist unser mobiles Angebot weniger führend. Wir haben für eine iphone-App gezahlt, haben aber keine mobil-optimierte Webseite und keine Android-App. Was davon wichtig ist, was wir mehr machen sollten, was nicht, sind schwierige Fragestellungen. Unsere Strategie ist es dazu regelmässig mit den Fans zu sprechen, um zu erfahren wo es hin gehen soll. Auch um Ideen von ihnen zu bekommen. Dieser Austausch mit den Fans ist sehr wichtig. Außerdem gibt es den Fans das Gefühl involviert zu sein. Auch die Datatainment-Initiativen machen wir zusammen mit Fans, die sich dafür interessieren. Wir zeigen ihnen Prototypen und bekommen Feedback. Es macht uns sicherer und gibt uns ein besseres Gefühl bzgl. unserer Produktentwicklungsaktivitäten. Und natürlich bekommen wir dadurch eine “much more engaged audience”.
10. Return on Investment
Wir stecken natürlich auch sehr viele Gedanken in den ROI. Meine Chefs sind vernünftige Geschäftsmänner. Im Fußball gibt es sehr viel Geld auf der Fußball-Seite. Auf der digitalen Seite gibt es dagegen sehr vorsichtige Investments zum richtigen Zeitpunkt in die richtigen Aktivitäten. Die VCs investieren in die richtige Idee, wollen aber einen sehr detaillierten ROI-Plan sehen. Manchester City hat glücklicherweise die Möglichkeit, den ROI in Bezug auf eine Zeitspanne von 3 bis 5 Jahren aufzusetzen. So geht es für uns im Moment ausschließlich um Reichweite und darum, diese zu erhöhen. Der ROI wird dann durch Sponsorings und Partnerschaften gewährleistet, gegensätzlich zur Online-Werbung. Für die meisten Sportvereine ist digital eine neue Erlösquellen, aber um diese zu hebeln, bedarf es Investments.
11. Die digitale Fan Journey der Zukunft
Fans wollen immer mit dem Klub interagieren. Aktuell haben Fans dauerhaften Kontakt mit dem Verein über die Medien (z.B. sehr intensiv während der Transferphase). Die Interaktion erfolgen über die Medien. Die wird sich ändern: Mehr und mehr Klubs werden darüber nachdenken, was sie mit ihrer Marke international direkt im Kontakt mit den Fans machen können.
12. Exklusivität im digitalen Zeitalter (Direkt vs. Media)
Die PR-Abteilung hat langjährige und wertvolle Beziehungen mit den Medien. Glücklicherweise ist bei uns der PR-Direktor und der Kommunikationsdirektor dieselbe Person (Digital Content Team und Presseleute berichten an ihn). Unsere Einstellung: Die eigene Stimme des Vereins kommt immer zuerst. Diese Frage wird uns noch die nächsten Jahre beschäftigen. Vereine werden zunehmend realisieren, wie wertvoll es ist, Fan Engagement-Aktionen selbst zu machen ohne über die Medien zu spielen. Zudem werden Spieler durch Social Media immer mehr auf ihren eigenen Wert dort aufmerksam und wollen dies in Zusammenarbeit und in Harmonie mit dem Verein auch entsprechend nutzen.
13. Social Media & New Media Education & Guidelines
Dies findet meistens informell statt. Zwar gibt es offizielle Memos vom Digitalteam. Generell ist es aber eine Frage des Bewusstseins. Bei allen Aktionen sollte vorher gefragt werden “Is it good for the team?” Bis jetzt haben wir hier keine schlimmen Fehler gemacht. Social Media ist unmittelbar, es ist so einfach den Senden-Knopf zu drücken, ein Status-Update rauszuschicken. Ich erwarte, dass wir weitere Fehler sehen werden und dann daraus lernen werden. Wir haben zwar Guidelines, aber keine Regeln.
Ich hoffe das Interview konnte interessante Einblicke in die digitale Strategie von Manchester City liefern. Deutsche Profisportvereine sollten sich meiner Meinung das Beispiel genau anschauen und eruieren, was sie für ihre Zwecke davon lernen können. Abschließend möchte ich mich nochmals bei Richard Ayers bedanken: Der Austausch über den Google+ Hangout-Chat hat Spaß gemacht und war sehr informativ.
“Mein Name ist Hans Sarpei – Das L steht für Gefahr.” Der 35-Jährige Hans Sarpei hat sportlich wohl seine größten Erfolge hinter sich, versprüht aber aktuell auf Facebook und Twitter “Gefahr”, Spielfreude und Passgenauigkeit (mit den Fans) wie kein zweiter Profifußballer in Deutschland.
Sarpei, der seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen ist, ist durch das Social Web zum Kultkicker geworden. Der in die Jahre gekommene Rechtsaußen mit Profi-Stationen bei Fortuna Köln, MSV Duisburg, VfL Wolsburg, Bayer 04 Leverkusen und mittlerweile FC Schalke 04 beackert heute erfolgreicher digitale Kanäle als die Seitenlinien der Bundesliga-Stadien. Seine Facebook Fanpage zählt über 90.000 Fans, wovon fast 1/3 in der aktuellen Woche mit der Seite aktiv interagiert haben (fast 27.000 “sprechen darüber”). Ein Weltklasse-Wert. Auf Twitter folgen dem ghanaischen Nationalspieler @HansSarpei immerhin über 5.000 Personen. Weit über 700 Facebook Fanpage und Gruppen sind dem “Phänomen Sarpei” gewidmet. Über 11.000 Fans machen sich beispielsweise dafür stark, dass Hans Sarpei auf das Cover des Videospiels FIFA 13 kommt. Blogpost mit Titeln wie Put your Hans up in the Air und Der wilde Hans feiern die Nummer 2 der Knappen.
Doch wie ist es dazu gekommen? Alles began mit einem Scherz am 4. Juni 2011, als sein Mitspieler Alexander Baumjohann aus der Sommerpause auf Twitter zwitscherte ”Guten Morgen…gibt es was Neues auf Schalke?” und Sarpei darauf antwortete: ”Ja, du sollst nach Wolfsburg”. Diese Konversation fand im Kontext des Wechseltheaters von Felix Magath, der auf Schalke als Trainer und Manager entlassen wurde, und noch am gleichen Tag beim VfL Wolfsburg einen neuen Vertrag unterschrieben hatte, statt. Magath hatte während seines Regimes in Gelsenkirchen in 21 Monaten über 30 neue Spieler verpflichtet, unter anderem Sarpei und Baumjohann, die trotzdem zu Reservisten und zeitweise sogar zum Schalker Amateurteam verbannt wurden. Dementsprechend wenig witzig fand Baumjohann den Tweet von Sarpei: “Damit macht man keinen Spaß. Das ist nicht lustig.”
Unter der Regie des neuen Trainers Ralf Rangnick schaffte es der lustige Sarpei zurück in die Startelf und spielte unter anderem beim 5-2-Sieg der Knappen bei Inter Mailand im Viertelfinale der Champions League. Nach dem Spiel scherzte der wilde Hans über Baumjohanns Schulter in die TV-Kamera: “Nicht schlecht für Amateure”.
Sarpei selbst, der anfangs vom digitalen Hype um seine Person nichts wußte, sagt in einem taz-Interview dazu: “Ich habe schon immer gerne Späße gemacht. Jetzt bei Facebook kriegt das bloß direkt die halbe Welt mit.”
Und das zeigt Wirkung. Nicht nur Sportler sondern auch Vereine und Marken sollten sich anschauen, wie Hans Sarpei das Momentum im Social Web für sich nutzt und von ihm lernen. Im folgenden habe ich mal acht entsprechende Handlungsprämissen für Marken zusammengestellt, die Hans Sarpei hoffentlich gefallen:
1. Interagieren
“Man muss erst verstehen und lernen, mit einer Fanseite umzugehen. Man muss aktiv sein und sich ernsthaft mit den Leuten beschäftigen. Sonst läuft es nicht.”
Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Sarpei interessiert sich für seine Fans und interagiert mit ihnen. Wer im Social Web mitschwimmen möchte, muss auch bereit sein nass zu werden und sich mit Wasser beschäftigen. Märkte sind Gespräche, sagt schon das Cluetrain Manifest. Nutzer erwarten auf Facebook, Twitter & Co Interaktion von Marken.
2. Echt und authentisch sein
Nutzer erwarten auf Facebook echte, menschliche Kommunikation. Keine gestelzten Pressetexte gespickt mit offiziellen Klauseln aus der Rechtsabteilung. Kommunikation auf Augenhöhe ist die oberste Devise. Dies ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Sarpei. Er verstellt sich nicht, sondern schreibt seine Meinung authentisch und persönlich, egal ob er Christian Wullfs Rücktritt fordert oder einen kleinen Spaß über Tim Wiese macht. Er hat keine Angst, er selbst zu sein. Dadurch bekommt er “Profil” und Glaubwürdigkeit.
3. Humor haben
Nicht nur der Gag mit Baumjohann zeigt den Spaßvogel Hans Sarpei. Die Kommunikation auf Facebook und Twitter macht ihm sichtlich Spaß. Sein Humor und Charme sind meistens im Spiel. So fragt, er Sat1 wer oder was die Wanderhure ist, wünscht seinem Kollegen Benedikt Höwedes alles Gute zum 6. Geburtstag (Höwedes hat am 29.02. Geburtstag) und schenkt ihm ein “Hans Sarpei ist dein Vater-Lätzchen”. Das steckt an und macht Spaß. Leute und Marken, die sich nicht zu ernst nehmen, hört man gerne zu. Humor ist ein wunderbares und erfolgreiches Stilmittel der Kommunikation. Verbissen diskutierende, rechthaberische und sehr trocken kommunizierende Marken werden als langweilig und veraltet empfunden. Sein Schräger Humor ist sein Markenzeichen und hat mit Sicherheit stark zum “Internet-Phänomen Sarpei” beigetragen.
4. Exklusive Inhalte und Informationen bieten
Fans wollen Insights, Behind the Scenes-Informationen und Mehrwerte. Sarpei findet es nicht schlimm, dass Tymoschtschuk ein Foto aus der Kabine des FC Bayern München gepostet hat. Genau das wollen Fans sehen: Mehrwerte und Exklusivität, persönliche Ansichten, die sie woanders nicht bekommen. Über digitale Kanäle können Fans noch stärker an ihre Spieler und ihren Lieblingsverein rücken, mehr von ihnen erfahren und mit diesen interagieren. Das Netz kennt keine Sende- oder Veröffentlichungszeiten wie bei der Sportschau oder der SportBILD. Marken sollten sich auf diese neuen Erwartungshaltungen der Nutzer einstellen.
5. Kontext beachten und nutzen
Inhalte sind sehr wichtig. Jede Marke sollte eine Content Strategy für ihre Touchpoints im Social Web besitzen. Aber auch der Kontext, in dem die Inhalte gespielt werden, ist stark von von Bedeutung. Der FC Bayern München hat dies kürzlich schmerzhaft auf Facebook zu spüren bekommen. Sarpei beschäftigt sich mit dem Tagesgeschehen, äußert seine Meinung dazu und nutzt die aktuellen Geschehnisse der Bundesliga für seine Kommunikation und Späße. Egal ob er einen angeblichen Anruf von Hertha-Manager Michael Preetz bekommt, sich fragt, ob Otto Rehhagel jetzt wieder den Libero einführt oder die Wanderhure gerade Sat1 unsicher macht.
6. Konsequenzen vorausdenken
Manche unbedachte Äußerung kann ja wie ein Bumerang zurückkommen.
Der Tweet-Button ist schnell gedrückt. Ein Facebook Update ohne Weiteres abgesetzt. Die Konsequenzen können jedoch enorm sein. Das Internet vergisst nicht. Sarpei weiß, dass er die Auswirkungen seiner Kommunikation immer antizipieren muss. Welche Auswirkungen hat das, was ich schreibe, auf andere? Hier sollten sich Marken nicht von Angst leiten lassen, bei Unklarheit über die Konsequenzen bestimmter Aussagen oder Aktionen jedoch lieber vorsichtiger agieren.
7. Lernen
Genau wie Hans Sarpei erst lernen musste wie eine Facebook Fanpage funktioniert, müssen dies Marken mit der Kommunikation im Social Web. Dies ist ein dauerhafter Lernprozess. Wichtig: Fans und Kunden zuhören und von ihnen lernen. Digitale Technologien und die Möglichkeiten des Social Webs verändern Verhaltensweisen und Kundenerwartungen. Dies ist ein dauerhafter Lernprozess, dem am besten mit Offenheit und Forschergeist zu begegnen ist. Gerade im Social Web haben viele Unternehmen Fehler gemacht, aber zum Glück daraus gelernt und mittlerweile das Boot in die andere Richtung gelenkt. Selbstreflektion und Fehler zu machen kann enorm wichtig sein, so lange daraus gelernt wird.
8. Neues Probieren
Der führe Hans Sarpei fängt den Wurm. Der technologische Fortschritt erhöht immer weiter die Schlagzahl. Die Innovations-Welt dreht sich gefühlt immer schneller. Marken sollten Neues probieren, sich mit neuen Technologien und relevanten Plattformen auseinander setzen. Nicht warten, bis die Konkurrenz sich den “First Mover”-Award abgeholt hat, sondern selbst aktiv neue Wege gehen, experimentieren und die “Customer Experience” auf ein neues Level heben.
Im Zeitalter von YouTube schaffte es sogar der isländische Verein Stjarnan F.C. mit ihren kreativen und ausgefallenen Torjubel-Sessions zur viralen Internet-Sensation zu werden. Ohne diese spezielle “Signatur” ihrer Tore würde die Welt heute die Kicker aus der Gemeinde Garðabær im Süd-Westen Islands wohl kaum kennen.
Sportler – egal ob Profis oder Amateure – haben ihre eigenen Stärken, oftmals sogar ihre “ureigenen” Markenzeichen.
Diese Tatsache birgt enormes Potenzial für spannende und emotionale Aktivierungen im Sportmarketing. Kinder sehen ihre Basketball-Stars im TV bestimmte Tricks machen und armen diese im Verein oder auf der Straße nach. Nike machte sich dies in den USA mit einer sehr gelungenen Inszenierung zu nutze. Der “Nike Film Room” ist eine interaktive “Lern-Installation”, halb auf dem Basketballplatz, halb vor dem Green-Screen, der Kindern zeigt, wie sie die “Signature Moves” ihrer Lieblingsprofis selbst “zelebrieren” können.
Mit der Hilfe von Trainern analysieren die Kids den Move ihres Lieblings-Basketballers und lernen diesen. Danach wird dieser mit der Hilfe von HD-Kameras und einem speziellen Algorithmus Frame-für-Frame aufgezeichnet. Ein Drucker macht daraus im Anschluss ein personalisiertes Nike Basketballposter, ein wirklich einzigartiges Souvenir. Zudem wurden die gedrehten Videos auf das Profil der Kids im Internet geladen.
Wer braucht da noch einen Bravo Starschnitt von Michael “His Airness” Jordan, wenn das eigene Star-Poster, das einen Michael Jordan Signature Move zeigt, über dem Bett oder dem Schreibtisch hängt…
Vom 13.-14 Februar 2012 fand im CCD Congress Center Düsseldorf mit dem Sports Business Summit – kurz SpoBiS – der größte europäische Sportsbusiness-Kongress Europas statt. Bereits letztes Jahr feierte der Branchentreff nach langer Stationierung in München in Düsseldorf Premiere. Der 16. SpoBiS bot 14 Foren, 130 nationale und internationale Referenten sowie eine hochkarätig besetzte Hauptbühne. Über 1.500 Teilnehmer waren dieses Jahr vor Ort.
Der diesjährige SpoBiS begann turbulent mit einigen Verspätungen und Verschiebungen, bedingt durch starken Schneefall und daraus resultierenden Anreise-Probleme einiger Speaker und Moderatoren.
Das erste Forum des 1. Kongresstages, das ich besucht habe, wurde vom SpoBiS Presenting Partner IFM Sports unter dem Label “Vorsprung Wissen: Motiv- und werteorientiertem Sponsoring gehört die Zukunft” auf der Hauptbühne veranstaltet.
Oliver Kaiser, Präsident der FASPO, startete mit seiner Keynote “Die Kraft von Insights”, in der er Insights als Ursprung jeglichen Sponsoring-Erfolgs präsentierte. Wichtig sind beim “Sponsoring der Zukuft” neben quantitativen Faktoren vor allem der “emotionale Impact” und die “implizite Effektivität”.
Zur Veranschaulichung fragte Kaiser das Publikum, wie die Sechs auf ihrer Uhr aussehe, um die folgenden These zu untermauern: Die Uhr befriedigt das funktionale Bedürfnis nach dem Wissen der Uhrzeit, das Design der Uhr spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Deshalb werden nicht relevante Informationen – wie das Aussehen der Sechs auf der Uhr – vom Gehirn weniger wahrgenommen bzw. ausgeblendet. Ähnlich sieht es laut Kaiser mit Bandenwerbung bei Sportveranstaltungen aus.
Als gutes Beispiel für implizite Insights führte er das Branding von fluege.de unter den Skiern der Skiflieger, z.B. bei der Vierschanzentournee, an. Besonders wichtig für Kaiser ist: “Wer erzählt die richtige Geschichte und vernetzt diese gut. Marken wollen das eine zentrale Gefühl erzeigen, z.B. Absolut Wodka oder Magic bei Disney”.
Anschließend referierte Oliver Frenzel, Leiter Neuromarketing IFM Sports, über die Bedeutung des Storytellings im Sponsoring. Bloße Sichtbarkeit habe im Sponsoring heute keine Bedeutung mehr, wie er anhand einer Eye Tracking-Studie der TV-Übertragung eines Ski Alpin Rennens nachwies (Branding im Hintergrund wurde nicht wahrgenommen). IFM forscht aktuell mit Mediaplus an der impliziten Kraft von Storytelling im Sport. Anhand einer “Limbic Map” ordnet IFM Marken, Vereine und Organisationen in die Dimensionen Stimulanz, Dominanz und Balance ein.
Florian Strauss, Managing Director von LEDAVI, zeigte nachfolgend die Bedeutung von Aktivierungsstrategien für den Sponsoring-Erfolg auf. Er betonte hier nochmals die Wichtigkeit des Storytellings. Jingli Solar sei zwar als Sponsor dabei, erzähle aber keine Story, z.B. mit der Partnerschaft mit dem FC Bayern München.
Als nächstes stellte Dr. Henning Stiegenroth, Leiter Sportmarketing Deutsche Telekom, das Thema “Impact-Forschung 2.0 – Der Leistungsnachweis von Sponsoring im Intermedia-Vergleich” vor. Er referierte dabei die Ergebnisse einer Studie der Telekom zur Kommunikationswirkung der verschiedensten Instrumente.
Das Sportsponsoring kam hierbei unter die Top3 (von 24) der reichweitenstärksten Kommunikationsinstrumente. Bei Nicht-Kunden sind die Sportpartnerschaftsaktivierungen sogar das zweitstärkstes Instrument.
Nach einem kurzem Abstecher in das ebenfalls interessante Forum “Sportberichterstattung 3.0″ vom SID, in dem Rainer Holzschuh, Herausgeber des kicker, erzählte, wie damals Jägermeister mit dem Kauf der ersten Bande in einem Fußballstadion für ordentlich Wirbel sorgte (“jeden Tag in der Presse” / “am Ende bliebt die gekaufte Bande aber weiß”), ging es für mich weiter zum Forum “Sponsoring digital” von InteractiveMedia (digitaler Vermarkter von kicker.de, FUSSBALL.de und t-online.de/sport). Gerne hätte ich von beiden Foren mehr gesehen.
Dort referierte gerade Dr. Holger Liekefett (Geschäftsführer Marketing Carlsberg Deutschland) über “Case Study Carlsberg: Aktivierung wird digital”. Carlsberg macht digital einiges richtig, misst die digitale Zielerreichung der Kampagne “Carlsberg Talk” jedoch nur quantitativ via Impressions und Interaktionen. Generell wirkte Dr. Liekefett sehr sympathisch und kompetent und gab zu, dass digital intern im Carlsberg-Konzern noch harte Überzeugungsarbeit und sehr zeitintensiv sei. Dennoch plane man mit der bis dato analogen Kult-Marke Astra einige spannende digitale Dinge. Der anschließende aus meiner Sicht sehr spannende Vortrag “Der Stern wird digital. Wie Brands künftig Markenkommunikation betreiben und welche Rolle Sport dabei spielt” von Anders-Sundt Jensen (Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz) musste leider ausfallen, da Herr Jensen aufgrund des Schneechaos am Stuttgarter Flughafen steckengeblieben war.
Nach dem Mittagessen sowie einigen Terminen schaffte ich es noch ins Forum “Strategien von Sportmedien 2012″ von Eurosport zum Ende des Talks mit Bernd Daubenmerkl, Geschäftsführer Eurosport Media und Global Sales Director Eurosport Events (“Erfolg: Durchschnittlich 2,4 Mio. Zuschauer bei der Vierschanzentournee”) sowie der Diskussionsrunde mit dem Titel “Können digitale Medien mit Sport Geld verdienen und wenn ja, wie?” Hier gab es bis auf die stetige Betonung der Bedeutung von Multichannel-Strategien sowie der zwingenden Nutzung der Abstrahlkraft der entsprechenden Marken leider wenig Konkretes und Richtungsweisendes von den Diskutanten.
Um 16:15 Uhr stand Dr. Thomas Bach, Präsident DOSB und Vizepräsident IOC, zu den Themen Olympia, Finanzierung, Kommerzialisierung und Sportpolitik auf der Hauptbühne Rede und Antwort. Bach sagte: ”Der Sport hat zwei Lebenslügen: Sport hat nichts mit Politik und nichts mit Geld zu tun. Beides war schon immer falsch.”
Über eine erneute Olympia-Bewerbung von München äußerte er sich skeptisch: Aktuell schätzt der DOSB die Chancen für München 2022 als nicht ausreichend ein, deshalb gibt es aktuell keine Pro-Entscheidung. Zudem machte er sich für den Breitensport (“Es gibt kaum ein Land, in dem es so eine breite Sportkultur gibt wie in Deutschland.”) und eine stärkere Präsenz im TV stark (Hoffnung auf ein reaktiviertes Sportschau-Telegramm). Den Fall eines Rodlers, der wegen seines Sponsors seinen Namen zu Bruno Banani geändert und unter diesem an einem Wettkampf teilgenommen hatte, titulierte Bach als eine “Grenzüberschreitung” sowie “pervers”.
Im nächsten Talk betonte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Borussia Dortmund seine Liebe zur Dortmunder Authentizität (“Klopp, Zorc und ich haben solche Lust auf die Arbeit beim BVB, wir würden das Gleiche auch in der Landesliga machen”). Oberste Handlungsprämisse beim BVB sei immer “Echtheit”. Alle Entscheidungen werden hierauf überprüft. Beispielsweise werde so der aktuelle Deutsche Meister immer in Schwarz-Gelb spielen. Auch das Thema potentielle Anfrage seitens des DFB sei mit Jürgen Klopp besprochen: Er wird auf jeden Fall bis 2016 Trainer in Dortmund bleiben. Der sehr sympathische, schlagfertige und humorvolle Watzke gab zu, dass es den BVB wohl heute nicht mehr gebe, wenn die Wirtschaftskrise von 2008 in die Restrukturierungsphase des Vereins von 2006 gefallen wäre. Der Verein habe in weniger als sieben Jahren 140 Milllionen Euro an Schulden abgebaut, angesprochen auf das 17 Millionen Euro-Investment in Person von Marco Reus, so der BVB-”Capo”. In punkto Meisterschaft sagte er: “Wir haben das Titel-Gen. Und dann gibt es Klubs, die schaffen das nie.” Bei diesem und weiteren Seitenhieben auf die Konkurrenz aus Gelsenkirchen musste das Auditorium schmunzeln.
Nach einer Keynote von Oliver Kaiser zu “Sponsoring 2020: Trends und Perspektiven” wurde der Marketingpreis des Sports 2012 verliehen. Aus den ursprünglich 25 Bewerbungen hatte hier am Ende die Kampagne „Die Fußballbundesliga fährt MAN“ von MAN und der Juniper Group die Nase vorne.
Aus Sicht der Jury gelang es MAN mit zahlreichen Aktivierungen, die vielen Sponsorships direkt mit Produkten zu verknüpfen. Mit dem Video “BVB Jungs versuchen sich im Brückenschuss” landete der Nutzfahrzeughersteller zudem mit knapp 750.000 Views via YouTube einen viralen Hit.
Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die Aktion „Wir sind Deutscher Meister“ von Signal Iduna und die Kampagne „Imtech Arena – Namensgeber und einzigartiges Referenzobjekt“ (widmet sich dem Thema “Energie-Effizienz” anhand der Heimstätte des Hamburger SV) widmet.
Zum Abschluss des 1. Kongresstages diskutierte Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL, die aktuelle Situation der Bundesliga-Rechteausschreibung. Zwar freue er sich über das Wachstum und die gestiegene Nachfrage, dennoch favorisiere die DFL ein gesundes und nachhaltiges Wachstum. Eigene Liga TV-Sender in anderen Ländern (z.B. Niederlande) seien aus mangelnder Nachfrage entstanden und mit sehr hohen finanziellen Risiken belegt. Er erwarte vor allem, dass der Anteil der Pay TV-Erlöse zu den klassischen TV-Erlösen steigen werde (Verhältnis aktuell 2:1, in England: 10:1, in Italien 25:1). Zudem plane die DFL neuen Partnern neue Flächen, vor allem Sonderwerbeformen, zu bieten. Die Anstoßzeiten werde man im Sinne der Fans so belassen (aktuell fünf verschiedene Anstoßzeiten). Seifert (Lieblingsverein: Borussia Mönchengladbach) befürwortet zudem, die Wettbewerbsfähigkeit der Vereine nicht über den TV-Rechtevertrag, sondern über Financial Fair Play zu steigern. Seiferts Auftritt auf dem SpoBiS kann aus meiner Sicht als sehr informativ und gelungen bezeichnet werden.
Nach der Talkrunde mit dem DFL-Boss fing der eigentliche SpoBiS an: das Get-Together mit dem ein oder andere Bier im Doppelpass mit vielen spannenden Gesprächen.
Der 2. Kongresstag began für mich mit mehreren persönlichen Terminen, so dass ich den Vormittags-Foren nur bedingt beiwohnen konnte. Dennoch schaffte ich es noch zum Forum “Fan Value und Social Media” von apareo. Hier bekam ich noch die letzten zehn Minuten eines Vortrags von Mindshare zum Thema Social Media und Sport mit. Angeführt wurden hier Rio Ferdinand und Andy Murray als Best Practices für Athletenmarketing auf sozialen Kanälen. Anschließend wurde zum Thema “Umdenken erforderlich: Wie sich Klubs heute aufstellen müssen, um vom digitalen Zeitalter zu profitieren” diskutiert.
Robert Müller von Vultejus, Geschäftsführer des Hamburger Sportmarketingunternehmens UFA Sports, pries die Leistungen der apareo Gruppe an, die als Anbieter von “modularen Systemlösungen zur Monetarisierung digitaler Geschäftsmodelle im Sport” von der UFA Sports mitgegründet wurde. Nach dem ersten Kunden Bayer 04 Leverkusen könnte auch der FC Bayern München mit der Community “MyFCB” gewonnen werden. Ziel sei es dabei, Fanpotentiale zu skalieren, die Verweildauer der Fans zu steigern und ein Data Warehouse / CRM-System für den Verein zu schaffen. Letzteres soll natürlich auch helfen, Fanbindungen noch stärker zu monetarisieren. Apareo hieß übrigens zuvor Fan-ID, wurden dann jedoch aus Image-Gründen umbenannt.
Detlef Kornett, Head of Global Soccer Red Bull, sprach einen zukünftig sehr wichtigen Punkt an: Das Relevanz-Spannungsfeld zwischen den Social Media-Präsenzen der Vereine und der Medien und somit den Kampf um die Exklusivität (“Who’s breaking the news?”). Auf Facebook müsse die Mission sein, Aktionen in Transaktion zu überführen. Red Bull Salzburg habe auf Facebook zwar viele Fans, dennoch bleibe die Herausforderung, das Stadion – z.B. im nächsten Heimspiel gegen einen ukrainischen Verein – vollzubekommen. Aufgrund von Red Bulls “Free Content”-Philosophie werden Fußballinhalte nicht monetarisiert.
Lorenz Beringer, Projektleiter FC Bayern München, betrat erst mit einiger Verspätung das Diskussionspodium und vertrat dort Stefan Mennerich (Direktor Medienrechte und Neue Medien beim FCB), der noch am Münchner Flughafen feststeckte. Laut Beringer wird MyFCB Ende März gelauncht. Das Ziel im ersten Jahr sind 300.000 Mitglieder. Der FC Bayern arbeitet seit über einem Jahr an dem Projekt, das von der HypoVereinsbank refinanziert wird. Die Community soll das digitale Heim für Bayern-Fans werden und Mehrwerte bieten. Integriert werden Tools für die Organisation von Fans und Fanklubs. Die Community versteht sich komplementär zum FCB-Angebot auf Facebook. Aktuell wächst die dortige Fanpage des FC Bayern München um durchschnittlich 10.000 Fans pro Tag. Besonders gut funktionieren auf Facebook eigene, neue Produktideen, die es im Shop nicht gibt, sowie der Faktor “zeitliche Verknappung”. Aktuell wird jeder Kommentar auf der Fanpage gecheckt und bei Verstoß gegen die Regeln entfernt. Drei feste Mitarbeiter sowie mehrere Praktikanten kümmern sich beim Rekordmeister um Social Media, Tendenz weiter steigend.
Beringer lieferte interessante Insights zur Social Media-Taktik des FCB und den MyFCB-Planungen. Interessant wird sein, welche Content-Strategie der FCB über Facebook und MyFCB fährt, welche unterschiedlichen Rollen dabei diese Plattformen einnehmen und wie diese mit Pay-Angeboten wie fcb.tv harmonieren werden. Auf der Basis der in Relation zum riesigen Fanpotential doch sehr geringen Zielgröße von 300.000 Fans folgere ich, dass Social Sign-Ons (z.B. via Facebook) aktuell nicht geplant sind. Dies halte ich für einen großes Versäumnis, da hier wertvolle Chancen liegen gelassen werden.
Nach dem Essen und einer Networkingpause ging es zur Hauptbühne, wo Dr. Karl Georg Altenburg (Präsident des DTB und Deutschlandchef von J.P. Morgan) zum Thema “Schlafender Riese Tennis: Die Pläne des neuen DTB-Präsidenten mit dem drittgrößte Sportverband Deutschlands” sprach.
Das große Problem, sei laut Altenburg aktuell ein Paradoxon: Weltweit gibt es einen riesigen Tennis-Boom, vor allem durch die vier Top-Spieler Novac Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal und Andy Murray, die den Sport auf ein anders Level heben. In Deutschland hat Tennis aktuell jedoch kaum Medienpräsenz und -relevanz. Gerade die deutschen Frauen spielen auf einem sehr hohen Niveau und bieten sehr viel mediales und kommerzielles Potential. Angelique Kerber hat gerade das WTA Turnier von Paris gewonnen. Deutschland verfügt mit ihr, Andrea Petkovic, Julia Goerges und Sabine Lisicki über vier absolute Top-Spielerinnen.
Generell brauche der DTB gute Konzepte und Hilfe von der deutschen Industrie, um an alte glorreiche Zeiten anzuknüpfen (1985 wurde mehr Tennis als Fußball im deutschen TV übertragen), so Alternburg weiter. Wichtig, sei vor allem die nachhaltige Nachwuchsförderung. Porsche und Hugo Boss konnten hier bereits als neue Partner gewonnen werden.
Das Potential sowohl im Breitensport “Tennis” als auch bzgl. medialer Präsenz scheint groß zu sein. Passiert ist hier die letzten Jahre wenig. Fehlt nur noch der nächste Boris Becker, dann könnte Tennis sich zurück ins “Relevant Set” der deutsche Lieblingssportarten “returnieren”.
Die letzte Podiums-Diskussion des SpoBis 2012 fand unter dem Thema “Auf dem Weg zu Gold: Warum DAX-Unternehmen auf die Deutsche Sporthilfe setzen” auf der Hauptbühne statt. Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe, Franziska van Almsick, stv. Aufsichtsratsvorsitzende, Christian Reif, Weitsprung Europameister 2010 und Stephan Althoff, Leiter Corporate Sponsoring bei der Deutschen Telekom, diskutierten mit Marco Klewenhagen, dem Chefredakteur der SPONSORs.
Laut Ilgner hat die Partnerschaft mit der DFL der Sporthilfe enorm beim Aufbau der Markenbekanntheit und der Positionierung geholfen.Die Deutsche Sporthilfe schüttet pro Jahr 12 Mio. Euro sowie Sachleistungen an Sportler aus. Bei den Leistungen geht es explizit um die Athletenförderung. Erfolgreiche Sportler können freiwillig austreten und Leistungen zurückzahlen, sobald sie die Hilfe nicht mehr benötigen. Die geförderten Sportler werden eingeteilt in A-, B- und C-Kader.
Finanziert wird die Sporthilfe durch Spenden und Sponsoren sowie durch Briefmarken- und Münzverkauf. Die vier Hauptsponsoren (Lufthansa, Telekom, Deutsche Bank und Mercedes-Benz) stellen jährlich eine siebenstellige Summe bereit.
Die Aktion “Dein Name für Deutschland” ruft dazu auf, für 3 Euro im Monat Sponsor eines deutschen Spitzensportlers zu werden.
Die Aktion erzielte in Deutschland einen Brutto-Medienwert von 9 Mio Euro, durch Goodwill von Medienpartnern via ARD/ZDF und Sky, die entsprechende Flächen bereitstellten.
Christian Reif ist einer der geförderten Athleten, der neben der Vorbereitung für London 2012, wo er sich eine Medaille erhofft, noch in Bayreuth studiert.
Laut Althoff wirkt die Partnerschaft der Telekom mit der Deutschen Sporthilfe auch nach innen: Geförderte Sportler werden im Bewerbereinladungsprozess bevorzugt.
Insgesamt ist die Deutsche Sporthilfe aus meiner Sicht eine tolle Institution, die für große deutsche Konzerne nicht nur aus CSR-Sicht interessant sein sollte.
Nach einigen Gesprächen ging es dann auch schon wieder heimwärts Richtung München. Zusammengefasst war der SpoBiS wieder eine sehr lohnende und informative Veranstaltung, ein spannendes Klassentreffen der Sportbusiness-Szene. Auch das Thema Digital scheint langsam bei den Entscheidern anzukommen, auch wenn hier noch ein langer Weg zu gehen ist und die entsprechenden Foren aus meiner Sicht tiefgründiger sein könnten. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den SpoBiS 2013!
Meine Ex-Kollegen von GMR Marketing aus den USA gingen der Frage “Wie benutzen Sportfans soziale digitale Kanäle für Sport-News” nach und bereiteten die Ergebnisse in der nachfolgenden Infografik auf. Diese beruhen auf 350 ausgewerteten Umfragen mit Sportfans (“starkes oder mittelmässiges Interesse an Sport”), die über Facebook, Twitter, Blogposts und Email-Einladungen rekrutiert wurden.
Laut der Umfrage sind die am häufigsten genutzten Kanäle für “Breaking Sports News” Twitter und Facebook, sogar noch vor nationalen Sportportalen und Sportwebseiten (40%). TV (13%) und Radio (4%) spielen hier bzgl. News-Aktualität eine eher untergeordnete Rolle. 83% der Befragten checken sogar live während Spielen ihre sozialen Kanäle.
Aufgrund der Methodik darf die Aussagekraft der Erhebung natürlich in Frage gestellt werden. Dennoch zeigt die Infografik deutlich bestimmte Trends auf, deren sich Publisher, Sportportale, Vereine usw. nicht verschließen dürfen. Interessant wäre es, eine entsprechende Erhebung für Deutschland zu sehen.
Cisco prognostiziert im Rahmen des Cisco Visual Networking Index Forecast, dass es zum Ende diese Jahres mehr “mobile connected devices” als Menschen auf der Welt geben wird.
Und Cisco geht noch weiter: 2016 soll es über 10 Milliarden mobile Endgeräte (inklusive “machine-to-machine modules”) auf unserem Planeten geben, d.h. 1,4 pro Mensch.
China wird 2016 für über 10% des globalen mobilen Datenverkehrs verantwortlich sein und damit seinen Anteil seit 2011 mehr als verdoppeln.
Der “Tablet-Datenverkehr” (via iPad, Kindle und Co) wird um das 62-fache auf einen dann monatlichen durchschnittlichen Traffic von 4,2 GB ansteigen.
Videos sind der wesentliche Treiber für den massiven Traffic-Anstieg. Mithilfe der steigenden mobilen Surfgeschwindigkeiten wird 2016 2/3 des Datenverkehrs via Videos stattfinden.
Das nachfolgende Video von Cisco verdeutlicht nochmals den rapiden Anstieg des weltweiten mobilen Datenverkehrs.
QR-Codes (englisch: “Quick Response”) sind aktuell in Deutschland immer häufiger anzutreffen. Dabei wird zurecht oftmals über die Effektivität dieser Codes gestritten. Der Nutzer braucht eine bestimmte Reader-App, um den QR-Code zu scannen und bekommt dadurch bestimmte Informationen / Inhalte / Impulse auf sein Smartphone gesendet. Wie Mademoiselle Siri im iPhone 4S akustische Befehle in Text umwandelt, transformiert der QR-Code hinterlegte Befehle aus der Offline-Welt auf das Smartphone.
Leider werden kodierten Grafiken oftmals nur um des QR-Codes-Willens selbst in Kampagnen integriert, der Mehrwert ist kaum spürbar. QR-Codes als Selbstzweck funktionieren nicht.
QR-Codes funktionieren, wenn sie als fehlendes Übertragungsstück – als “the missing piece” – im Rahmen einer sinnvollen Kette eingesetzt werden. Zum Beispiel im Rahmen eines Storytellings, das offline beginnt (z.B. auf einer Printanzeige) und dann auf dem Smartphone via eines durch den QR-Code zugänglichen Videos fortgeführt wird.
Hier gibt es tolle Spiel-Möglichkeiten: Sportler-Autogrammkarten könnten zum Beispiel via QR-Codes auf entsprechende Videos (Selbsterzählte Kurzbios, Tricks, Magic Moments usw.) der Sportler weiterleiten.
Eine enorm clevere und charmante Art der Verknüpfung hat Scandinavian Airlines (SAS) im Rahmen ihrer Couple Up to Buckle Up-Kampagne gezeigt: Paare konnten zusammen einen 2-für-1-Deal bekommen, den sie sich allerdings verdienen mussten.
Sehr Cool: Gemeinsame Kooperation als Mechanismus im Rahmen der Aktivierung des Deals via QR Codes. Zudem spielt die Kampagne auf einem tiefen Verständnis der Nutzerbedürfnisse: Die Aktion veranlasste Pärchen sich gemeinsam Zeit für die Reisebuchung zu nehmen. Erst durch das gemeinsame Handeln konnte der Deal erschlossen werden und die Flüge (z.B. Städtetrip übers Wochenende) für beide zum Preis für einen gebucht werden. Nur beide Teile des Codes, der im Video via QR Codes zugänglich ist, ermöglichte den Rabatt.
Eine starke und kreative Aktivierung, die auch bezüglich der Verwendung von QR-Codes spannende Dimensionen aufzeigen: Kooperation und Kollektion.
Mobile Devices sind dabei den Handel zu revolutionieren. Telefónica Germany und comScore haben auf der DLD-Konferenz in München die gemeinsame Studie “Connected Europe” vorgestellt. Diese untersucht, wie die zunehmende Verbreitung und Nutzung von Tablets und Smartphones den Medienkonsum verändern.
Hier einige ausgewählte Erkenntnisse der Studie:
Die Smartphone-Verbreitung ist in Europa mit 42 Prozent höher als in den USA (39 Prozent)
Dreiviertel aller Smartphone-Besitzer in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien (EU5-Länder) nutzen bereits das mobile Internet
Fast jeder siebte Smartphone-Besitzer in Deutschland scannte bereits Barcode- oder QR-Codes (In den EU5-Ländern ist es jeder zehnte)
Jeder achte Smartphone-Besitzer in den EU5-Ländern nutzt sein Gerät bereits, um Einkäufe zu bezahlen
Jeder fünfte in den EU5-Ländern erledigt auf dem Smartphone Bankgeschäfte
75 Prozent der Smartphone-Besitzer in den EU5-Ländern nutzten im Oktober 2011 das mobile Internet – ein Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Apples iOS ist das häufigste Betriebssystem auf mobilen Geräte (mit 30 Prozent)
Die Studienergebnisse als Slideshare-Präsentation: