Was Marken von Hans Sarpei lernen können

“Mein Name ist Hans Sarpei – Das L steht für Gefahr.” Der 35-Jährige Hans Sarpei hat sportlich wohl seine größten Erfolge hinter sich, versprüht aber aktuell auf Facebook und Twitter “Gefahr”, Spielfreude und Passgenauigkeit (mit den Fans) wie kein zweiter Profifußballer in Deutschland.

Sarpei, der seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen ist, ist durch das Social Web zum Kultkicker geworden. Der in die Jahre gekommene Rechtsaußen mit Profi-Stationen bei Fortuna Köln, MSV Duisburg, VfL Wolsburg, Bayer 04 Leverkusen und mittlerweile FC Schalke 04 beackert heute erfolgreicher digitale Kanäle als die Seitenlinien der Bundesliga-Stadien. Seine Facebook Fanpage  zählt über 90.000 Fans, wovon fast 1/3 in der aktuellen Woche mit der Seite aktiv interagiert haben (fast 27.000 “sprechen darüber”). Ein Weltklasse-Wert. Auf Twitter folgen dem ghanaischen Nationalspieler @HansSarpei immerhin über 5.000 Personen. Weit über 700 Facebook Fanpage und Gruppen sind dem “Phänomen Sarpei” gewidmet. Über 11.000 Fans machen sich beispielsweise dafür stark, dass Hans Sarpei auf das Cover des Videospiels FIFA 13 kommt. Blogpost mit Titeln wie Put your Hans up in the Air und Der wilde Hans feiern die Nummer 2 der Knappen.

Doch wie ist es dazu gekommen? Alles began mit einem Scherz am 4. Juni 2011, als sein Mitspieler Alexander Baumjohann aus der Sommerpause auf Twitter zwitscherte ”Guten Morgen…gibt es was Neues auf Schalke?” und Sarpei darauf antwortete: ”Ja, du sollst nach Wolfsburg”. Diese Konversation fand im Kontext des Wechseltheaters von Felix Magath, der auf Schalke als Trainer und Manager entlassen wurde, und noch am gleichen Tag beim VfL Wolfsburg einen neuen Vertrag unterschrieben hatte, statt. Magath hatte während seines Regimes in Gelsenkirchen in 21 Monaten über 30 neue Spieler verpflichtet, unter anderem Sarpei und Baumjohann, die trotzdem zu Reservisten und zeitweise sogar zum Schalker Amateurteam verbannt wurden. Dementsprechend wenig witzig fand Baumjohann den Tweet von Sarpei: “Damit macht man keinen Spaß. Das ist nicht lustig.”

Unter der Regie des neuen Trainers Ralf Rangnick schaffte es der lustige Sarpei zurück in die Startelf und spielte unter anderem beim 5-2-Sieg der Knappen bei Inter Mailand im Viertelfinale der Champions League. Nach dem Spiel scherzte der wilde Hans über Baumjohanns Schulter in die TV-Kamera: “Nicht schlecht für Amateure”.

In der Fangemeinde der Schalke-Fans mutierte der gebürtige Kölner immer mehr zum Kult. Vor allem Facebook verbreitete die kreativen Auswüchse der Fans dabei rasant. Auf der Grundlage der Chuck Norris Facts entstanden digitale Huldigungen, lancierte Gerüchte und Facebook Fanpages wie z.B. Hans Sarpei darf “Tillman’s Toasty” als Schnitzel bezeichnenSido fragte einmal: “Wer ist Hans Sarpei?” Seitdem trägt er eine MaskeDie Party ist vorbei, wenn Hans Sarpei seine Hose wieder gefunden hat, Beziehungsstatus: Hans Sarpei, Hans Sarpei findet, du bist voll der Baumjohann oder Hi, mein Name ist Hans Sarpei und Windows 7 war meine Idee.

Sarpei selbst, der anfangs vom digitalen Hype um seine Person nichts wußte, sagt in einem taz-Interview dazu: “Ich habe schon immer gerne Späße gemacht. Jetzt bei Facebook kriegt das bloß direkt die halbe Welt mit.”

Und das zeigt Wirkung. Nicht nur Sportler sondern auch Vereine und Marken sollten sich anschauen, wie Hans Sarpei das Momentum im Social Web für sich nutzt und von ihm lernen. Im folgenden habe ich mal acht entsprechende Handlungsprämissen für Marken zusammengestellt, die Hans Sarpei hoffentlich gefallen:

 

1. Interagieren

“Man muss erst verstehen und lernen, mit einer Fanseite umzugehen. Man muss aktiv sein und sich ernsthaft mit den Leuten beschäftigen. Sonst läuft es nicht.”

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Sarpei interessiert sich für seine Fans und interagiert mit ihnen. Wer im Social Web mitschwimmen möchte, muss auch bereit sein nass zu werden und sich mit Wasser beschäftigen. Märkte sind Gespräche, sagt schon das Cluetrain Manifest. Nutzer erwarten auf Facebook, Twitter & Co  Interaktion von Marken.

 

2. Echt und authentisch sein

Nutzer erwarten auf Facebook echte, menschliche Kommunikation. Keine gestelzten Pressetexte gespickt mit offiziellen Klauseln aus der Rechtsabteilung. Kommunikation auf Augenhöhe ist die oberste Devise. Dies ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Sarpei. Er verstellt sich nicht, sondern schreibt seine Meinung authentisch und persönlich, egal ob er Christian Wullfs Rücktritt fordert oder einen kleinen Spaß über Tim Wiese macht. Er hat keine Angst, er selbst zu sein. Dadurch bekommt er “Profil” und Glaubwürdigkeit.

 

3. Humor haben

Nicht nur der Gag mit Baumjohann zeigt den Spaßvogel Hans Sarpei. Die Kommunikation auf Facebook und Twitter macht ihm sichtlich Spaß. Sein Humor und Charme sind meistens im Spiel. So fragt, er Sat1 wer oder was die Wanderhure ist, wünscht seinem Kollegen Benedikt Höwedes alles Gute zum 6. Geburtstag (Höwedes hat am 29.02. Geburtstag) und schenkt ihm ein “Hans Sarpei ist dein Vater-Lätzchen”. Das steckt an und macht Spaß. Leute und Marken, die sich nicht zu ernst nehmen, hört man gerne zu. Humor ist ein wunderbares und erfolgreiches Stilmittel der Kommunikation. Verbissen diskutierende, rechthaberische und sehr trocken kommunizierende Marken werden als langweilig und veraltet empfunden. Sein Schräger Humor ist sein Markenzeichen und hat mit Sicherheit stark zum “Internet-Phänomen Sarpei” beigetragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Exklusive Inhalte und Informationen bieten

Fans wollen Insights, Behind the Scenes-Informationen und Mehrwerte. Sarpei findet es nicht schlimm, dass Tymoschtschuk ein Foto aus der Kabine des FC Bayern München gepostet hat. Genau das wollen Fans sehen: Mehrwerte und Exklusivität, persönliche Ansichten, die sie woanders nicht bekommen. Über digitale Kanäle können Fans noch stärker an ihre Spieler und ihren Lieblingsverein rücken, mehr von ihnen erfahren und mit diesen interagieren. Das Netz kennt keine Sende- oder Veröffentlichungszeiten wie bei der Sportschau oder der SportBILD. Marken sollten sich auf diese neuen Erwartungshaltungen der Nutzer einstellen.

 

5. Kontext beachten und nutzen

Inhalte sind sehr wichtig. Jede Marke sollte eine Content Strategy für ihre Touchpoints im Social Web besitzen. Aber auch der Kontext, in dem die Inhalte gespielt werden, ist stark von von Bedeutung. Der FC Bayern München hat dies kürzlich schmerzhaft auf Facebook zu spüren bekommen. Sarpei beschäftigt sich mit dem Tagesgeschehen, äußert seine Meinung dazu und nutzt die aktuellen Geschehnisse der Bundesliga für seine Kommunikation und Späße. Egal ob er einen angeblichen Anruf von Hertha-Manager Michael Preetz bekommt, sich fragt, ob Otto Rehhagel jetzt wieder den Libero einführt oder die Wanderhure gerade Sat1 unsicher macht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Konsequenzen vorausdenken

Manche unbedachte Äußerung kann ja wie ein Bumerang zurückkommen.

Der Tweet-Button ist schnell gedrückt. Ein Facebook Update ohne Weiteres abgesetzt. Die Konsequenzen können jedoch enorm sein. Das Internet vergisst nicht. Sarpei weiß, dass er die Auswirkungen seiner Kommunikation immer antizipieren muss. Welche Auswirkungen hat das, was ich schreibe, auf andere? Hier sollten sich Marken nicht von Angst leiten lassen, bei Unklarheit über die Konsequenzen bestimmter Aussagen oder Aktionen jedoch lieber vorsichtiger agieren.

 

7. Lernen

Genau wie Hans Sarpei erst lernen musste wie eine Facebook Fanpage funktioniert, müssen dies Marken mit der Kommunikation im Social Web. Dies ist ein dauerhafter Lernprozess. Wichtig: Fans und Kunden zuhören und von ihnen lernen. Digitale Technologien und die Möglichkeiten des Social Webs verändern Verhaltensweisen und Kundenerwartungen. Dies ist ein dauerhafter Lernprozess, dem am besten mit Offenheit und Forschergeist zu begegnen ist. Gerade im Social Web haben viele Unternehmen Fehler gemacht, aber zum Glück daraus gelernt und mittlerweile das Boot in die andere Richtung gelenkt. Selbstreflektion und Fehler zu machen kann enorm wichtig sein, so lange daraus gelernt wird.

 

8. Neues Probieren

Der führe Hans Sarpei fängt den Wurm. Der technologische Fortschritt erhöht immer weiter die Schlagzahl. Die Innovations-Welt dreht sich gefühlt immer schneller. Marken sollten Neues probieren, sich mit neuen Technologien und relevanten Plattformen auseinander setzen. Nicht warten, bis die Konkurrenz sich den “First Mover”-Award abgeholt hat, sondern selbst aktiv neue Wege gehen, experimentieren und die “Customer Experience” auf ein neues Level heben.

Nikes Basketball Film Room

Der Becker-Hecht, Eric Cantonas hochgestellter Kragen, Rene Higuitas Scorpion Kick, der “Zinedine Zidane Trick”, Mario Gomez Torero-Torjubel, Dirk Nowitkis Fade Away Jumshot, Tim Tebows “Tebowing”, Lebron James “Chalk Toss” und Roger Millas Eckfahnen-Tänzchen  - dies alles sind Beispiele für spezielle Moves, Tricks und Momente, die für die jeweiligen Sportler kennzeichnend sind. Sozusagen ein Teil ihrer Sportler-Signatur.

Im Zeitalter von YouTube schaffte es sogar der isländische Verein Stjarnan F.C. mit ihren kreativen und ausgefallenen Torjubel-Sessions zur viralen Internet-Sensation zu werden. Ohne diese spezielle “Signatur” ihrer Tore würde die Welt heute die Kicker aus der Gemeinde Garðabær im Süd-Westen Islands wohl kaum kennen.

Sportler – egal ob Profis oder Amateure – haben ihre eigenen Stärken, oftmals sogar ihre “ureigenen” Markenzeichen.

Diese Tatsache birgt enormes Potenzial für spannende und emotionale Aktivierungen im Sportmarketing. Kinder sehen ihre Basketball-Stars im TV bestimmte Tricks machen und armen diese im Verein oder auf der Straße nach. Nike machte sich dies in den USA mit einer sehr gelungenen Inszenierung zu nutze. Der “Nike Film Room” ist eine interaktive “Lern-Installation”, halb auf dem Basketballplatz, halb vor dem Green-Screen, der Kindern zeigt, wie sie die “Signature Moves” ihrer Lieblingsprofis selbst “zelebrieren” können.

Mit der Hilfe von Trainern analysieren die Kids den Move ihres Lieblings-Basketballers und lernen diesen. Danach wird dieser mit der Hilfe von HD-Kameras und einem speziellen Algorithmus Frame-für-Frame aufgezeichnet. Ein Drucker macht daraus im Anschluss ein personalisiertes Nike Basketballposter, ein wirklich einzigartiges Souvenir. Zudem wurden die gedrehten Videos auf das Profil der Kids im Internet geladen.

Wer braucht da noch einen Bravo Starschnitt von Michael “His Airness” Jordan, wenn das eigene Star-Poster, das einen Michael Jordan Signature Move zeigt, über dem Bett oder dem Schreibtisch hängt…

 

SpoBiS 2012 – Mein Nachklapp zum Sports Business Summit

Vom 13.-14 Februar 2012 fand im CCD Congress Center Düsseldorf mit dem Sports Business Summit – kurz SpoBiS – der größte europäische Sportsbusiness-Kongress Europas statt. Bereits letztes Jahr feierte der Branchentreff nach langer Stationierung in München in Düsseldorf Premiere. Der 16. SpoBiS bot 14 Foren, 130 nationale und internationale Referenten sowie eine hochkarätig besetzte Hauptbühne. Über 1.500 Teilnehmer waren dieses Jahr vor Ort.

Der diesjährige SpoBiS begann turbulent mit einigen Verspätungen und Verschiebungen, bedingt durch starken Schneefall und daraus resultierenden Anreise-Probleme einiger Speaker und Moderatoren.

Das erste Forum des 1. Kongresstages, das ich besucht habe, wurde vom SpoBiS Presenting Partner IFM Sports unter dem Label “Vorsprung Wissen: Motiv- und werteorientiertem Sponsoring gehört die Zukunft” auf der Hauptbühne veranstaltet.

Oliver Kaiser, Präsident der FASPO, startete mit seiner Keynote “Die Kraft von Insights”, in der er Insights als Ursprung jeglichen Sponsoring-Erfolgs präsentierte. Wichtig sind beim “Sponsoring der Zukuft” neben quantitativen Faktoren vor allem der “emotionale Impact” und die “implizite Effektivität”.

Zur Veranschaulichung fragte Kaiser das Publikum, wie die Sechs auf ihrer Uhr aussehe, um die folgenden These zu untermauern: Die Uhr befriedigt das funktionale Bedürfnis nach dem Wissen der Uhrzeit, das Design der Uhr spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Deshalb werden nicht relevante Informationen – wie das Aussehen der Sechs auf der Uhr – vom Gehirn weniger wahrgenommen bzw. ausgeblendet. Ähnlich sieht es laut Kaiser mit Bandenwerbung bei Sportveranstaltungen aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als gutes Beispiel für implizite Insights führte er das Branding von fluege.de unter den Skiern der Skiflieger, z.B. bei der Vierschanzentournee, an. Besonders wichtig für Kaiser ist: “Wer erzählt die richtige Geschichte und vernetzt diese gut. Marken wollen das eine zentrale Gefühl erzeigen, z.B. Absolut Wodka oder Magic bei Disney”.

Anschließend referierte Oliver Frenzel, Leiter Neuromarketing IFM Sports, über die Bedeutung des Storytellings im Sponsoring. Bloße Sichtbarkeit habe im Sponsoring heute keine Bedeutung mehr, wie er anhand einer Eye Tracking-Studie der TV-Übertragung eines Ski Alpin Rennens nachwies (Branding im Hintergrund wurde nicht wahrgenommen). IFM forscht aktuell mit Mediaplus an der impliziten Kraft von Storytelling im Sport. Anhand einer “Limbic Map” ordnet IFM Marken, Vereine und Organisationen in die Dimensionen Stimulanz, Dominanz und Balance ein.

Florian Strauss, Managing Director von LEDAVI, zeigte nachfolgend die Bedeutung von Aktivierungsstrategien für den Sponsoring-Erfolg auf. Er betonte hier nochmals die Wichtigkeit des Storytellings. Jingli Solar sei zwar als Sponsor dabei, erzähle aber keine Story, z.B. mit der Partnerschaft mit dem FC Bayern München.

Als nächstes stellte Dr. Henning Stiegenroth, Leiter Sportmarketing Deutsche Telekom, das Thema “Impact-Forschung 2.0 – Der Leistungsnachweis von Sponsoring im Intermedia-Vergleich” vor. Er referierte dabei die Ergebnisse einer Studie der Telekom zur Kommunikationswirkung der verschiedensten Instrumente.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Sportsponsoring kam hierbei unter die Top3 (von 24) der reichweitenstärksten Kommunikationsinstrumente. Bei Nicht-Kunden sind die Sportpartnerschaftsaktivierungen sogar das zweitstärkstes Instrument.

Nach einem kurzem Abstecher in das ebenfalls interessante Forum “Sportberichterstattung 3.0″ vom SID, in dem Rainer Holzschuh, Herausgeber des kicker, erzählte, wie damals Jägermeister mit dem Kauf der ersten Bande in einem Fußballstadion für ordentlich Wirbel sorgte (“jeden Tag in der Presse” / “am Ende bliebt die gekaufte Bande aber weiß”), ging es für mich weiter zum Forum “Sponsoring digital” von InteractiveMedia (digitaler Vermarkter von kicker.de, FUSSBALL.de und t-online.de/sport). Gerne hätte ich von beiden Foren mehr gesehen.

Dort referierte gerade Dr. Holger Liekefett (Geschäftsführer Marketing Carlsberg Deutschland) über “Case Study Carlsberg: Aktivierung wird digital”. Carlsberg macht digital einiges richtig, misst die digitale Zielerreichung der Kampagne “Carlsberg Talk” jedoch nur quantitativ via Impressions und Interaktionen. Generell wirkte Dr. Liekefett sehr sympathisch und kompetent und gab zu, dass digital intern im Carlsberg-Konzern noch harte Überzeugungsarbeit und sehr zeitintensiv sei. Dennoch plane man mit der bis dato analogen Kult-Marke Astra einige spannende digitale Dinge. Der anschließende aus meiner Sicht sehr spannende Vortrag “Der Stern wird digital. Wie Brands künftig Markenkommunikation betreiben und welche Rolle Sport dabei spielt” von Anders-Sundt Jensen (Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz) musste leider ausfallen, da Herr Jensen aufgrund des Schneechaos am Stuttgarter Flughafen steckengeblieben war.

Nach dem Mittagessen sowie einigen Terminen schaffte ich es noch ins Forum “Strategien von Sportmedien 2012″ von Eurosport zum Ende des Talks mit Bernd Daubenmerkl, Geschäftsführer Eurosport Media und Global Sales Director Eurosport Events (“Erfolg: Durchschnittlich 2,4 Mio. Zuschauer bei der Vierschanzentournee”) sowie der Diskussionsrunde mit dem Titel “Können digitale Medien mit Sport Geld verdienen und wenn ja, wie?” Hier gab es bis auf die stetige Betonung der Bedeutung von Multichannel-Strategien sowie der zwingenden Nutzung der Abstrahlkraft der entsprechenden Marken leider wenig Konkretes und Richtungsweisendes von den Diskutanten.

Um 16:15 Uhr stand Dr. Thomas Bach, Präsident DOSB und Vizepräsident IOC, zu den Themen Olympia, Finanzierung, Kommerzialisierung und Sportpolitik auf der Hauptbühne Rede und Antwort. Bach sagte: ”Der Sport hat zwei Lebenslügen: Sport hat nichts mit Politik und nichts mit Geld zu tun. Beides war schon immer falsch.”

Über eine erneute Olympia-Bewerbung von München äußerte er sich skeptisch: Aktuell schätzt der DOSB die Chancen für München 2022 als nicht ausreichend ein, deshalb gibt es aktuell keine Pro-Entscheidung. Zudem machte er sich für den Breitensport (“Es gibt kaum ein Land, in dem es so eine breite Sportkultur gibt wie in Deutschland.”) und eine stärkere Präsenz im TV stark (Hoffnung auf ein reaktiviertes Sportschau-Telegramm). Den Fall eines Rodlers, der wegen seines Sponsors seinen Namen zu Bruno Banani geändert und unter diesem an einem Wettkampf teilgenommen hatte, titulierte Bach als eine “Grenzüberschreitung” sowie “pervers”.

Im nächsten Talk betonte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Borussia Dortmund seine Liebe zur Dortmunder Authentizität (“Klopp, Zorc und ich haben solche Lust auf die Arbeit beim BVB, wir würden das Gleiche auch in der Landesliga machen”). Oberste Handlungsprämisse beim BVB sei immer “Echtheit”. Alle Entscheidungen werden hierauf überprüft. Beispielsweise werde so der aktuelle Deutsche Meister immer in Schwarz-Gelb spielen. Auch das Thema potentielle Anfrage seitens des DFB sei mit Jürgen Klopp besprochen: Er wird auf jeden Fall bis 2016 Trainer in Dortmund bleiben. Der sehr sympathische, schlagfertige und humorvolle Watzke gab zu, dass es den BVB wohl heute nicht mehr gebe, wenn die Wirtschaftskrise von 2008 in die Restrukturierungsphase des Vereins von 2006 gefallen wäre. Der Verein habe in weniger als sieben Jahren 140 Milllionen Euro an Schulden abgebaut, angesprochen auf das 17 Millionen Euro-Investment in Person von Marco Reus, so der BVB-”Capo”. In punkto Meisterschaft sagte er: “Wir haben das Titel-Gen. Und dann gibt es Klubs, die schaffen das nie.” Bei diesem und weiteren Seitenhieben auf die Konkurrenz aus Gelsenkirchen musste das Auditorium schmunzeln.

Nach einer Keynote von Oliver Kaiser zu “Sponsoring 2020: Trends und Perspektiven” wurde der Marketingpreis des Sports 2012 verliehen. Aus den ursprünglich 25 Bewerbungen hatte hier am Ende die Kampagne „Die Fußballbundesliga fährt MAN“ von MAN und der Juniper Group die Nase vorne.

Aus Sicht der Jury gelang es MAN mit zahlreichen Aktivierungen, die vielen Sponsorships direkt mit Produkten zu verknüpfen. Mit dem Video “BVB Jungs versuchen sich im Brückenschuss” landete der Nutzfahrzeughersteller zudem mit knapp 750.000 Views via YouTube einen viralen Hit.

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die Aktion „Wir sind Deutscher Meister“ von Signal Iduna und die Kampagne „Imtech Arena – Namensgeber und einzigartiges Referenzobjekt“ (widmet sich dem Thema “Energie-Effizienz” anhand der Heimstätte des Hamburger SV) widmet.

Zum Abschluss des 1. Kongresstages diskutierte Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL, die aktuelle Situation der Bundesliga-Rechteausschreibung. Zwar freue er sich über das Wachstum und die gestiegene Nachfrage, dennoch favorisiere die DFL ein gesundes und nachhaltiges Wachstum. Eigene Liga TV-Sender in anderen Ländern (z.B. Niederlande) seien aus mangelnder Nachfrage entstanden und mit sehr hohen finanziellen Risiken belegt. Er erwarte vor allem, dass der Anteil der Pay TV-Erlöse zu den klassischen TV-Erlösen steigen werde (Verhältnis aktuell 2:1, in England: 10:1, in Italien 25:1). Zudem plane die DFL neuen Partnern neue Flächen, vor allem Sonderwerbeformen, zu bieten. Die Anstoßzeiten werde man im Sinne der Fans so belassen (aktuell fünf verschiedene Anstoßzeiten). Seifert (Lieblingsverein: Borussia Mönchengladbach) befürwortet zudem, die Wettbewerbsfähigkeit der Vereine nicht über den TV-Rechtevertrag, sondern über Financial Fair Play zu steigern. Seiferts Auftritt auf dem SpoBiS kann aus meiner Sicht  als sehr informativ und gelungen bezeichnet werden.

Nach der Talkrunde mit dem DFL-Boss fing der eigentliche SpoBiS an: das Get-Together mit dem ein oder andere Bier im Doppelpass mit vielen spannenden Gesprächen.

Der 2. Kongresstag began für mich mit mehreren persönlichen Terminen, so dass ich den Vormittags-Foren nur bedingt beiwohnen konnte. Dennoch schaffte ich es noch zum Forum “Fan Value und Social Media” von apareo. Hier bekam ich noch die letzten zehn Minuten eines Vortrags von Mindshare zum Thema Social Media und Sport mit. Angeführt wurden hier Rio Ferdinand und Andy Murray als Best Practices für Athletenmarketing auf sozialen Kanälen. Anschließend wurde zum Thema “Umdenken erforderlich: Wie sich Klubs heute aufstellen müssen, um vom digitalen Zeitalter zu profitieren” diskutiert.

Robert Müller von Vultejus, Geschäftsführer des Hamburger Sportmarketingunternehmens UFA Sports, pries die Leistungen der apareo Gruppe an, die als Anbieter von “modularen Systemlösungen zur Monetarisierung digitaler Geschäftsmodelle im Sport” von der UFA Sports mitgegründet wurde. Nach dem ersten Kunden Bayer 04 Leverkusen könnte auch der FC Bayern München mit der Community “MyFCB” gewonnen werden. Ziel sei es dabei, Fanpotentiale zu skalieren, die Verweildauer der Fans zu steigern und ein Data Warehouse / CRM-System für den Verein zu schaffen. Letzteres soll natürlich auch helfen, Fanbindungen noch stärker zu monetarisieren.  Apareo hieß übrigens zuvor Fan-ID, wurden dann jedoch aus Image-Gründen umbenannt.

Detlef Kornett, Head of Global Soccer Red Bull, sprach einen zukünftig sehr wichtigen Punkt an: Das Relevanz-Spannungsfeld zwischen den Social Media-Präsenzen der Vereine und der Medien und somit den Kampf um die Exklusivität (“Who’s breaking the news?”). Auf Facebook müsse die Mission sein, Aktionen in Transaktion zu überführen. Red Bull Salzburg habe  auf Facebook zwar viele Fans, dennoch bleibe die Herausforderung, das Stadion – z.B. im nächsten Heimspiel gegen einen ukrainischen Verein – vollzubekommen. Aufgrund von Red Bulls “Free Content”-Philosophie werden Fußballinhalte nicht monetarisiert.

Lorenz Beringer, Projektleiter FC Bayern München, betrat erst mit einiger Verspätung das Diskussionspodium und vertrat dort Stefan Mennerich (Direktor Medienrechte und Neue Medien beim FCB), der noch am Münchner Flughafen feststeckte. Laut Beringer wird MyFCB Ende März gelauncht. Das Ziel im ersten Jahr sind 300.000 Mitglieder. Der FC Bayern arbeitet seit über einem Jahr an dem Projekt, das von der HypoVereinsbank refinanziert wird. Die Community soll das digitale Heim für Bayern-Fans werden und Mehrwerte bieten. Integriert werden Tools für die Organisation von Fans und Fanklubs. Die Community versteht sich komplementär zum FCB-Angebot auf Facebook. Aktuell wächst die dortige Fanpage des FC Bayern München um durchschnittlich 10.000 Fans pro Tag. Besonders gut funktionieren auf Facebook eigene, neue Produktideen, die es im Shop nicht gibt, sowie der Faktor “zeitliche Verknappung”. Aktuell wird jeder Kommentar auf der Fanpage gecheckt und bei Verstoß gegen die Regeln entfernt. Drei feste Mitarbeiter sowie mehrere Praktikanten kümmern sich beim Rekordmeister um Social Media, Tendenz weiter steigend.

Beringer lieferte interessante Insights zur Social Media-Taktik des FCB und den MyFCB-Planungen. Interessant wird sein, welche Content-Strategie der FCB über Facebook und MyFCB fährt, welche unterschiedlichen Rollen dabei diese Plattformen einnehmen und wie diese mit Pay-Angeboten wie fcb.tv harmonieren werden. Auf der Basis der in Relation zum riesigen Fanpotential doch sehr geringen Zielgröße von 300.000 Fans folgere ich, dass Social Sign-Ons (z.B. via Facebook) aktuell nicht geplant sind. Dies halte ich für einen großes Versäumnis, da hier wertvolle Chancen liegen gelassen werden.

Nach dem Essen und einer Networkingpause ging es zur Hauptbühne, wo Dr. Karl Georg Altenburg (Präsident des DTB und Deutschlandchef von J.P. Morgan) zum Thema “Schlafender Riese Tennis: Die Pläne des neuen DTB-Präsidenten mit dem drittgrößte Sportverband Deutschlands” sprach.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das große Problem, sei laut Altenburg aktuell ein Paradoxon: Weltweit gibt es einen riesigen Tennis-Boom, vor allem durch die vier Top-Spieler Novac Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal und Andy Murray, die den Sport auf ein anders Level heben. In Deutschland hat Tennis aktuell jedoch kaum Medienpräsenz und -relevanz. Gerade die deutschen Frauen spielen auf einem sehr hohen Niveau und bieten sehr viel mediales und kommerzielles Potential. Angelique Kerber hat gerade das WTA Turnier von Paris gewonnen. Deutschland verfügt mit ihr, Andrea Petkovic, Julia Goerges und Sabine Lisicki über vier absolute Top-Spielerinnen.

Generell brauche der DTB gute Konzepte und Hilfe von der deutschen Industrie, um an alte glorreiche Zeiten anzuknüpfen (1985 wurde mehr Tennis als Fußball im deutschen TV übertragen), so Alternburg weiter. Wichtig, sei vor allem die nachhaltige Nachwuchsförderung. Porsche und Hugo Boss konnten hier bereits als neue Partner gewonnen werden.

Das Potential sowohl im Breitensport “Tennis” als auch bzgl. medialer Präsenz scheint groß zu sein. Passiert ist hier die letzten Jahre wenig. Fehlt nur noch der nächste Boris Becker, dann könnte Tennis sich zurück ins “Relevant Set” der deutsche Lieblingssportarten “returnieren”.

Die letzte Podiums-Diskussion des SpoBis 2012 fand unter dem Thema “Auf dem Weg zu Gold: Warum DAX-Unternehmen auf die Deutsche Sporthilfe setzen” auf der Hauptbühne statt. Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe, Franziska van Almsick, stv. Aufsichtsratsvorsitzende, Christian Reif, Weitsprung Europameister 2010 und Stephan Althoff, Leiter Corporate Sponsoring bei der Deutschen Telekom, diskutierten mit Marco Klewenhagen, dem Chefredakteur der SPONSORs.

 

 

 

 

 

 

 

 

Laut Ilgner hat die Partnerschaft mit der DFL der Sporthilfe enorm beim Aufbau der Markenbekanntheit und der Positionierung geholfen.Die Deutsche Sporthilfe schüttet pro Jahr 12 Mio. Euro sowie Sachleistungen an Sportler aus. Bei den Leistungen geht es explizit um die Athletenförderung. Erfolgreiche Sportler können freiwillig austreten und Leistungen zurückzahlen, sobald sie die Hilfe nicht mehr benötigen. Die geförderten Sportler werden eingeteilt in A-, B- und C-Kader.

Finanziert wird die Sporthilfe durch Spenden und Sponsoren sowie durch Briefmarken- und Münzverkauf. Die vier Hauptsponsoren (Lufthansa, Telekom, Deutsche Bank und Mercedes-Benz) stellen jährlich eine siebenstellige Summe bereit.

Die Aktion “Dein Name für Deutschland” ruft dazu auf, für 3 Euro im Monat Sponsor eines deutschen Spitzensportlers zu werden.

Die Aktion erzielte in Deutschland einen Brutto-Medienwert von 9 Mio Euro, durch Goodwill von Medienpartnern via ARD/ZDF und Sky, die entsprechende Flächen bereitstellten.

Christian Reif ist einer der geförderten Athleten, der neben der Vorbereitung für London 2012, wo er sich eine Medaille erhofft, noch in Bayreuth studiert.

Laut Althoff wirkt die Partnerschaft der Telekom mit der Deutschen Sporthilfe auch nach innen: Geförderte Sportler werden im Bewerbereinladungsprozess bevorzugt.

Insgesamt ist die Deutsche Sporthilfe aus meiner Sicht eine tolle Institution, die für große deutsche Konzerne nicht nur aus CSR-Sicht interessant sein sollte.

Nach einigen Gesprächen ging es dann auch schon wieder heimwärts Richtung München. Zusammengefasst war der SpoBiS wieder eine sehr lohnende und informative Veranstaltung, ein spannendes Klassentreffen der Sportbusiness-Szene. Auch das Thema Digital scheint langsam bei den Entscheidern anzukommen, auch wenn hier noch ein langer Weg zu gehen ist und die entsprechenden Foren aus meiner Sicht tiefgründiger sein könnten. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den SpoBiS 2013!

Infografik: Sport und Social Media

Sport und Social Media ist eine Verbindung, die perfekt passt: News, Gerüchte, Transfers, Updates, Spielstände, Live-Erlebnisse usw. befeuern soziale Diskussionen und Interaktionen. Das Involvement der Fans ist riesengroß. Ob Super Bowl, ein vermeintlich neuer Starspieler beim FC Bayern München oder Jeremy “Linsanity” Lins Höhenflug in der NBA, sportliche Inhalte und Meinungen werden auf sozialen Kanälen gespielt und diskutiert…

Meine Ex-Kollegen von GMR Marketing aus den USA gingen der Frage “Wie benutzen Sportfans soziale digitale Kanäle für Sport-News” nach und bereiteten die Ergebnisse in der nachfolgenden Infografik auf. Diese beruhen auf 350 ausgewerteten Umfragen mit Sportfans (“starkes oder mittelmässiges Interesse an Sport”), die über Facebook, Twitter, Blogposts und Email-Einladungen rekrutiert wurden.

Laut der Umfrage sind die am häufigsten genutzten Kanäle für “Breaking Sports News” Twitter und Facebook, sogar noch vor nationalen Sportportalen und Sportwebseiten (40%). TV (13%) und Radio (4%) spielen hier bzgl. News-Aktualität eine eher untergeordnete Rolle. 83% der Befragten checken sogar live während Spielen ihre sozialen Kanäle.

Aufgrund der Methodik darf die Aussagekraft der Erhebung natürlich in Frage gestellt werden. Dennoch zeigt die Infografik deutlich bestimmte Trends auf, deren sich Publisher, Sportportale, Vereine usw. nicht verschließen dürfen. Interessant wäre es, eine entsprechende Erhebung für Deutschland zu sehen.

 

Quelle: blog.gmrmarketing.com

Cisco: Ende 2012 mehr Mobile Connected Devices als Menschen

Cisco prognostiziert im Rahmen des Cisco Visual Networking Index Forecast, dass es zum Ende diese Jahres mehr “mobile connected devices” als Menschen auf der Welt geben wird.

Und Cisco geht noch weiter: 2016 soll es über 10 Milliarden mobile Endgeräte (inklusive “machine-to-machine modules”) auf unserem Planeten geben, d.h. 1,4 pro Mensch.

China wird 2016 für über 10% des globalen mobilen Datenverkehrs verantwortlich sein und damit seinen Anteil seit 2011 mehr als verdoppeln.

Der “Tablet-Datenverkehr” (via iPad, Kindle und Co) wird um das 62-fache auf einen dann monatlichen durchschnittlichen Traffic von 4,2 GB ansteigen.

Videos sind der wesentliche Treiber für den massiven Traffic-Anstieg. Mithilfe der steigenden mobilen Surfgeschwindigkeiten wird 2016 2/3 des Datenverkehrs via Videos stattfinden.

Das nachfolgende Video von Cisco verdeutlicht nochmals den rapiden Anstieg des weltweiten mobilen Datenverkehrs.

 

Weitere Infos: Cisco Visual Networking Index. Global Mobile Data Traffic Forecast Update, 2011-2016

Zusammen Abheben mit QR-Codes

QR-Codes (englisch: “Quick Response”) sind aktuell in Deutschland immer häufiger anzutreffen. Dabei wird zurecht oftmals über die Effektivität dieser Codes gestritten. Der Nutzer braucht eine bestimmte Reader-App, um den QR-Code zu scannen und bekommt dadurch bestimmte Informationen / Inhalte / Impulse auf sein Smartphone gesendet. Wie Mademoiselle Siri im iPhone 4S akustische Befehle in Text umwandelt, transformiert der QR-Code hinterlegte Befehle aus der Offline-Welt auf das Smartphone.

Leider werden kodierten Grafiken oftmals nur um des QR-Codes-Willens selbst in Kampagnen integriert, der Mehrwert ist kaum spürbar. QR-Codes als Selbstzweck funktionieren nicht.

QR-Codes funktionieren, wenn sie als fehlendes Übertragungsstück – als “the missing piece” – im Rahmen einer sinnvollen Kette eingesetzt werden. Zum Beispiel im Rahmen eines Storytellings, das offline beginnt (z.B. auf einer Printanzeige) und dann auf dem Smartphone via eines durch den QR-Code zugänglichen Videos fortgeführt wird.

Hier gibt es tolle Spiel-Möglichkeiten: Sportler-Autogrammkarten könnten zum Beispiel via QR-Codes auf entsprechende Videos (Selbsterzählte Kurzbios, Tricks, Magic Moments usw.) der Sportler weiterleiten.

Eine enorm clevere und charmante Art der Verknüpfung hat Scandinavian Airlines (SAS) im Rahmen ihrer Couple Up to Buckle Up-Kampagne gezeigt: Paare konnten zusammen einen 2-für-1-Deal bekommen, den sie sich allerdings verdienen mussten.

Sehr Cool: Gemeinsame Kooperation als Mechanismus im Rahmen der Aktivierung des Deals via QR Codes. Zudem spielt die Kampagne auf einem tiefen Verständnis der Nutzerbedürfnisse: Die Aktion veranlasste Pärchen sich gemeinsam Zeit für die Reisebuchung zu nehmen. Erst durch das gemeinsame Handeln konnte der Deal erschlossen werden und die Flüge (z.B. Städtetrip übers Wochenende) für beide zum Preis für einen gebucht werden. Nur beide Teile des Codes, der im Video via QR Codes zugänglich ist, ermöglichte den Rabatt.

Eine starke und kreative Aktivierung, die auch bezüglich der Verwendung von QR-Codes spannende Dimensionen aufzeigen: Kooperation und Kollektion.

Studie Connected Europe – Mobile Power für den Handel

Mobile Devices sind dabei den Handel zu revolutionieren. Telefónica Germany und comScore haben auf der DLD-Konferenz in München die gemeinsame Studie “Connected Europe” vorgestellt. Diese untersucht, wie die zunehmende Verbreitung und Nutzung von Tablets und Smartphones den Medienkonsum verändern.

Hier einige ausgewählte Erkenntnisse der Studie:

  • Die Smartphone-Verbreitung ist in Europa mit 42 Prozent höher als in den USA (39 Prozent)
  • Dreiviertel aller Smartphone-Besitzer in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien (EU5-Länder) nutzen bereits das mobile Internet
  • Fast jeder siebte Smartphone-Besitzer in Deutschland scannte bereits Barcode- oder QR-Codes (In den EU5-Ländern ist es jeder zehnte)
  • Jeder achte Smartphone-Besitzer in den EU5-Ländern nutzt sein Gerät bereits, um Einkäufe zu bezahlen
  • Jeder fünfte in den EU5-Ländern erledigt auf dem Smartphone Bankgeschäfte
  • 75 Prozent der Smartphone-Besitzer in den EU5-Ländern nutzten im Oktober 2011 das mobile Internet – ein Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • Apples iOS ist das häufigste Betriebssystem auf mobilen Geräte (mit 30 Prozent)

 

Die Studienergebnisse als Slideshare-Präsentation:

Quelle: Slideshare

Die komplette Studie gibt es als Whitepaper auf comscore.com

Australian Football League: Die digitale Sportsignatur 2.0

Das digitale Sportautogramm 2.0! Während der Finalserie der Australian Football League wurden die Spieler zu “virtuellen Stiften”: Die Laufwege der Spieler werden auf dem Spielfeld durch GPS Tracking an einen speziell dafür konstruierten Tintenstrahldrucker gesendet, der ihre Bewegungen auf einem Blatt Papier entsprechend nachzeichnete. So entstand für jeden Spieler eine personalisierte und einmalige Signatur. Die “Game Signatures” der Spieler wurden während der Finalserie via Facebook auf der AFL Fanpage publiziert. Die Originale wurden als Poster für einen guten Zweck versteigert. Jedes “Autogramm” erzielte über 6.000 Australische Dollar. Die Kampagne wurde von der Agentur George Patterson Y&R Melbourne konzipiert und umgesetzt.

Via creativity-online.com

 

Vail Resorts: Das EpicMix Ski-Erlebnis

Der erste 360er, frische Spuren im Tiefschnee oder die letzte Talabfahrt nach einem Einkehrschwung in der Berghütte – Ski fahren und Snowboarden sind soziale Sportarten, die wir gerne mit unseren Freunden erleben und teilen.

Die Vail Resorts in Colorado, USA, haben diese Erkenntnis bereits in der letzten Wintersaison für ihre digitalen Marketingaktivitäten entdeckt. Mit Epic Mix launchten die Resorts eine digitale und innovative “Social Skiing Experience” mit Gaming-Faktor, eine “verschneite” Mischung aus Nike+ und Foursquare.

 

 

EpicMix trackt Bewegungsdaten während dem Skifahren und Snowboarden – z.B. gefahrene Höhenmeter, Zeit sowie benutzte Lifte – und überträgt diese in Echtzeit in das EpicMix-Dashboard. Die Speicherung und automatische Übertragung der Daten funktioniert via eines RFID-Tags, der in die Liftkarten der Wintersportler integriert ist.

Mithilfe einer kostenlosen App (iPhone und Android) können die Sportler die Daten sogar live auf ihren Smartphones verfolgen. Durch die Möglichkeit, virtuelle Pins (analog zu Foursquare-Badges) für verschiedene Milestones, spezielle Abenteuer und Leistungen auf den Pisten (z.B. für verschiedene Resorts, Lifte und Abfahrten) zu sammeln wird das Gebiet noch mehr zum digitalen Spielplatz. Alle Pins, Wintersportdaten und Berggeschichten sind zudem sozial – z.B. via Facebook und Twitter – einfach teilbar. Zusätzlich integriert die App wertvolle Features wie z.B. einen Messengerdienst, einem Service zum Ausmachen von Treffpunkten, Wettervorhersagen sowie Schneehöhen-Informationen. Der Service ist für die Skigebiete Vail, Beaver Creek, Breckenridge, Keystone, Heavenly und Northstar verfügbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der aktuelle Wintersportsaison 2011/2012  gehen die Vail Resorts noch einen Schritt weiter und spielen die Karte “Foto-Sharing”: EpicMix Photos integriert Fotos unter dem Motto “Capture. Connect. Share.” in die EpicMix-App und -Website. Professionelle Fotografen knipsen Ski-Fahrer und Boarder, identifizieren durch den schnellen Scan ihrer Liftkarte und laden die Bilder sofort auf ihre EpicMix-Accounts. Die Wintersportler bekommen die digitalen Versionen aller Fotos, auf denen sie zu sehen sind. Auch diese können sie wieder via Facebook und Twitter mit ihren Freunden und Bekannten teilen. Die entsprechenden High Res-Versionen für potentielle Ausdrucke können online gekauft werden. Auch selbst geknippste Schnappschüsse können im eigenen Profil mit den gesammelten Pins, Wintersport-Daten und Geschichte kombiniert, dort geremixt und sozial geteilt werden.

 

 

Auch die Aktivierung ist kinderleicht. Sobald die Wintersportler ihren Skipass (“RF-enabled”) gekauft haben, können sie ihren EpicMix- Account auf www.epicmixphoto.com freischalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die zweite Generation von EpicMix hat bereits über 280.000 Posts auf Facebook und Twitter bewirkt. Legt man die durchschnittliche Anzahl von 130 Freunde pro Facebook-Nutzer zu Grunde, kommt man auf eine theoretische Zahl von 36 Millionen bis dato generierten “Social Impressions”. Viel wirksamer sollte jedoch der “Wow”-Effekt sein, der durch das “Social Outing” im digitalen Freundeskreis erzeugt wird und positiv auf die Vail Resorts transferiert wird.

EpicMix zeigt sehr schön, wie Offline- spielerisch mit Online-Welten verbunden werden können, um Mehrwerte für die Kunden und die Marke zu schaffen. Ski Heil & bitte mehr davon!

Aktuelle Bestandsaufnahme: Social Media und Social Marketing

It’s a Social World: Soziale Netzwerke erreichen jetzt 82% der Internet-Weltbevölkerung, also 1,2 Milliarden Menschen. Die Zeit, die in sozialen Netzwerken verbracht wird, wuchs 2011 um 35%.

Die Reise geht 2012 weiter in Richtung stärkerer Nutzerzentrierung, sozialer und digitaler Vernetzung sowie Engagement Marketing. Leider sehen viele Unternehmen “Social” immer noch zu sehr als Experiment, statt als sinnvolles und nachhaltiges Investment.

Esteban Contreras liefert in der nachfolgenden Präsentation eine aktuelle Bestandsaufnahme des Social Webs sowie Social Marketings.